Kampagne für den gerade beendeten 101. Katholikentag macht Schule.
In Münster.
Wo sonst.

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Für Aufklärung, Meinungsgenerierung und Bildung in Aktion: Tobias Hoppmann, Lehrer an der Johannes-Gutenberg-Realschule in Hiltrup, bringt Europa in die Schule. In Form der Kampagne des kürzlich beendeten 101. Katholikentags in Münster. Das Banner-Motiv mit dem „Europagesicht“ wird kurzerhand nach der Abschlussveranstaltung – natürlich mit Genehmigung von offizieller Seite – für Lehrzwecke mitgenommen und wandert in die Schule.

Eine Kampagne, die lebt. Kampagnen-Motive, über die nach- und weitergedacht werden. Diskussionen über Inhalte, die generationsübergreifend diskutiert werden.

»Das Gesicht mit aufgemalter Europaflagge: rein in die Schule damit. Was ist besser, als aktuell Europa zu diskutieren und dabei Fächer wie Politik, Deutsch, Geschichte, Religion miteinander zu verbinden.« (Tobias Hoppmann)

 

Was sieht man? Wie wirkt das Gesicht? Warum macht das jemand?
Fragen, mit denen die Diskussionen in Klasse 5 bis 10 starten. Antworten wie: „Weil Europa sympathisch ist.“ Oder „Weil Europa gut sein muss, wenn man so etwas macht. Vielleicht war das vorher mal nicht so.“ folgen. Ein guter Einstieg in das Thema „Europa und Frieden“ – relevant und prädestiniert für eine schulfächerübergreifende Diskussion. Egal ob Geschichte, Religion, Deutsch oder Politik. In Münster – Stadt des westfälischen Friedens 1648 und damit einhergehendem Ende des Dreißigjährigen Krieges – wird gesprochen über die momentan längste Friedenszeit, die die EU je hatte (70 Jahre!). Über das, was jeder dazu beitragen kann. Über die Verteidigung von Werten und erlangter Freiheit für ein stabiles Europa. Und darüber, wie wichtig es ist, auch anderen Freiheit und Frieden zu ermöglichen. Dass das einhergeht mit kritischen und aufwühlenden sowie hochaktuellen Diskursen über Parteiensysteme, Flüchtlingspolitik, Weltwirtschaft etc. ist logisch, selbstredend und mehr als wichtig.

Was aber noch wertvoller ist, als die Erkenntnis von historischer Verantwortung und dem kritischen Blick auf die gegenwärtigen Strömungen um uns herum?
Es ist der Blick nach vorn. Auf ein Europa, wie es sein sollte und könnte. Der Einsatz, der im Großen und Kleinen erbracht werden kann. Und das Engagement, dass vielleicht genau so eine Diskussion bei Schülern bewirkt… weil ein Lehrer einen riesigen Kampagnenbanner mit einem bewegenden Europa-Motiv hervorragend zweckentfremdet hat, um zu alldem einen Anstoß zu geben.

Should be continued…?

Mehr Einblick in die Kampagne?
Im Slider sind einige der Motive der Kampagne ,Individual Peace’ vom diesjährigen 101. Katholikentag zu sehen. Nicht ein einzelnes Key Visual steht für das Motto ,Suche Frieden’, sondern die schier unerschöpfliche Vielfalt an aktuellen Motiven, die im Öffentlichen sowie Privaten Relevanz besitzen. Die Kampagne wurde mit dem Red Dot Award sowie beim DDC ausgezeichnet. Mehr dazu auf www.katholikentag.de.

 

Weiteres zu dem Thema rund um die Johannes-Gutenberg-Realschule in Münster:
Im März 2018 hatte die Schule Salomon Perel zu Gast im Cineplex. Der Golden Globe dotierte Kinofilm, welcher auf der Basis von Perels Buch ,Ich war Hitlerjunge Salomon‘ vor 20 Jahren in die Kinos gekommen ist, wurde den Schülern vor der bewegenden Lesung des Zeitzeugen im Cineplex Münsters gezeigt. Im Beisein von Bürgermeister Gerhard Joksch ist Sally Perel – ,Sally‘ ist sein Spitzname –, nach der Lesung der offizielle Pate des Gütesiegels ,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage geworden‘. „Natürlich sind wir stolz, dass wir als Realschule in Münster diesen Paten aus Israel für unsere Schülerschaft gewinnen konnten. Und der ehrliche Blick des 92jährigen in die Vergangenheit gibt deutliche Aufschlüsse darüber, wie wir ein friedliches Europa jeden Tag aufs Neue selbst gestalten müssen, um diesen Frieden auch im Jahr 2050 noch zu wahren. Nationalismus überwinden und Gemeinsamkeiten finden, muss dafür die Losung sein!“ (Tobias Hoppmann)