Upload…

Und da war es wieder: das Katzenvideo, das Abendessen von Oli, die 84 Bilder aus dem Urlaub von Sabine und ihrem Freund Daniel und auch die betrunkenen Russen, die sich krabbelnd über die Straße schleppen. Massen an Posts, die niemand wirklich interessieren, wandern durchs Netz, werden geteilt, geliked oder mit einem Augenverdreher überscrollt.

Wär‘ die digitale Welt nicht schön, wenn sie mir Sachen erzählen würde, die mich interessieren?

„Poste nicht für Dich. Poste doch einfach mal für mich. Oder schreib’s zu Hause in Dein Tagebuch.“

Überschwemmt mit Informationen. Wen interessiert’s?
Das ist die Frage, über die sich kaum jemand Gedanken macht. In der Regel schreibt der Verfasser nämlich für sich selbst und überlegt sich nicht, ob und wen sein Post interessieren könnte.

Nicht alles ist für jeden bestimmt, deswegen gibt es bei Facebook & Co sowohl Gruppen als auch die Möglichkeit, Nachrichten nur an bestimmte Freunde zu senden oder Posts mit ihnen zu teilen. Dieser Teil ist allgemein angekommen. Aber muss man es nicht erweitern und in ,Nicht alles ist für jeden bestimmt und nicht alles interessiert jeden.’ ändern?

Über diesen zweiten Teil denken viele nicht wirklich nach. Wen interessiert das eigentlich? Und muss ich alle anderen auch davon in Kenntnis setzen? 
Klar, es gibt es eine Anhängerschaft für süße Katzenvideos. Ich wage aber zu bezweifeln, dass jeder bei Facebook dieser Leidenschaft frönt. Und klar ist auch, jeder verbreitet oder teilt mal Müll. Weil es gerade lustig ist, weil man Beiträge von manchen Freunden eben liked, weil man gerade im Beschäftigungsrausch ist und das eben kund tun möchte. Warum? Weil niemand danach gefragt hat? Eine böse Frage, ich weiß.

Hier ein kurzer Blick auf – für die meisten – irrelevante Posts. Das tolle daran: man kann sie wunderbar in Gruppen zusammenfassen.
Und man kann darüber schmunzeln, weil man irgendwann so etwas auch mal geschrieben oder geteilt hat. Sehr menschlich. Aber oft auch sehr nervig. Und eine Menge Datenmüll. Und vor allem – zumindest für viele User – eine wirkliche, unnötige Zeitverbrennungsmaschinerie.

// Offensichtliches, Angeteastes, Wiedergekäutes, Lustiges, Süßes oder auch Bahnbrechendes:
Ob es das offensichtliche ,Hey, die Sonne scheint!’ oder ein Rätsel ist. Ob einem etwas ganz Großartiges geschehen ist oder man einfach nur Aufmerksamkeit erregen möchte mit einem ,Echt krass.’ Oder ob man zum 20ten Mal kund tut, was man von einem Ereignis hält oder ein Tiervideo so lustig ist.

// Statusmeldungen:
Jede Lebenslage, jeder Ort, jedes Befinden wird mitgeteilt. Egal was. Egal wem. Immer. Der Verfasser beschäftigt sich akribisch mit sich selbst – ob aus Langeweile oder Narzissmus sei dahin gestellt.

// Emotionale Ergüsse:
Sentimentalitäten, Liebeserklärungen oder Dank an ,All meine Freunde. Ihr seid so wunderbar.’ Wirklich Persönliches und echte Gefühle scheinen wohl doch für die Öffentlichkeit und nicht die dazugehörige Person bestimmt zu sein.

// Angeber-Posts:
Egal ob direkt oder indirekt – der Tollste teilt gern sein Wahnsinns-Leben. Urlaub, Karriere, Glück, Liebe. Alles nur vom besten. Ob’s auch stimmt? Ich glaub schon.

Jetzt mal Butter bei die Fische.
Logisch: Jeder teilt sich gern mit. Jeder möchte akzeptiertes und geschätztes Mitglied einer Gruppe sein. Jeder möchte, dass man sich mit ihm freut oder ihn unwiderstehlich findet. Jeder möchte informiert sein, um mitreden zu können.

Aber Hand aufs Herz: Redet man darüber, dass die Frühstücksbanane von Michael heute zum Frühstück matschig war?
Für alle Interessierten teile ich zum Schluss noch ein sportliches Katzenvideo… per Link… nicht per Facebook-Post. Und nur drei Sekunden lang. Also fast keine Zeitverschwendung: https://youtu.be/6ozajN-rxWE

Mehr zu kontroversen Themen? Einfach öfter mal in der Rubrik ‚Dialog’ stöbern. Interaktion mit mir ist natürlich auch möglich – verwenden Sie die Buttons oben.

Hallo. Ist da jemand…?

Digitalisierung. Auf der Jagd nach Kundenaktion, Klicks und Daten. Die Kommunikation im Web hat einen Status von Unersättlichkeit und Aufdringlichkeit angenommen, vor dem man fliehen möchte. Innovation? Selten. Echte Nützlichkeit für Kunde und User? Manchmal. Emotionale Interaktion? Nee. Woran hakt es? Zumeist an der One-Way-Kommunikation des Anbieters, die für ihn und seine Anliegen gemacht ist… und nicht für die des Users und Kunden.

„I’m looking for something that grabs me. Something that makes me stop.“ (Draper)

Kommunikation im Web – ein kostengünstiger Garant für Reichweite, Kontakt- und Datengenerierung.
Soviel ist klar. Nichts läge mir ferner, als das zu bestreiten. Die Möglichkeiten der personenbezogenen Datengenerierung machen weniger Schritte als Sprünge vorwärts. Die Auswertungen werden immer besser. Und technischen Neuerungen und Tools als Reaktion darauf können immer schneller geliefert werden. Ob offensive und laute Akquisition, intuitive und sich anpassende Benutzeroberflächen oder beiläufige Tools, die das Unterbewusstsein füttern. Digitale Medien bieten immer schneller immer mehr. Sie sind produktiv und kosteneffektiv.

Warum, in aller Welt, schreibe ich dann darüber? Weil digitale Medien in den meisten Fällen Einbahnstraßen sind und deswegen weitaus weniger erfolgreich sind, als sie sein könnten.

Warum geht man als User ins Internet?
Die beiden Hauptgründe sind: Ich will schnell gute und für mich richtige Informationen erhalten. Und ich will mir die Zeit vertreiben und entertained werden. Beide Fälle sind klar umrissen und können ebenso klar bedient werden. Leider wird in den meisten Fällen nur wenig darauf eingegangen.

Was fehlt, ist der Hype, die Begeisterung, die Innovation im Internet.
Wann ist es das letzte Mal passiert, dass man gebannt vor einer Website sitzt und die Zeit nur so dahin rennt? Egal ob das inhaltlicher, gestalterischer, kommunikativer oder interaktiver Natur ist? Wann ist es das letzte Mal passiert, dass mich im Web digital etwas so gepackt hat, dass es nicht nur an mir vorbeigeht, ich es mir nicht nur zu Nutzen mache und es dann vergesse? Nicht nur einen Smalltalk halten will? Klar, es gibt hilfreiche und gute Tools und Quellen im Web, mit denen ich nicht weiter interagieren will. Aber die meine ich hier nicht. Ich meine die Faszination.

Kann etwas im Web bei mir echte Begeisterung und Emotion auslösen? Nur weil es da ist?
Es kann. Genau dann, wenn die Online-Interaktion nicht an der direkten Verbindung zu mir scheitert, die zum Aufbau von einer beidseitigen Beziehungen notwendig ist. Es kann, wenn beide Parts interagieren wollen, dies als höchstes Ziel erklären und einen beidseitig aufbauenden und inspirierenden Dialog führen. Interesse aneinander haben. Dabei ist Dialog keinesfalls eine Call-to-Action-Aktion, wie ein Button-Klick, eine Newsletterbestellung, die Herausgabe seiner Daten oder ähnliches. Ein Dialog geht aufeinander ein, ist aufbauend und bleibt interessant.

Das gute an der heutigen Zeit ist: Obwohl der Mensch zu 100 Prozent analog ist, hat er gelernt, in Teilen digital zu leben und zu agieren. Warum also nicht diese Chance ergreifen anstatt nur Daten abzugreifen und auszuwerten?

Warum nicht einfach auch digital begeistern und faszinieren?
Dabei verstehen auch das manche – rein digitale – Marken ganz hervorragend. Mir begegnen sie von Zeit zu Zeit. Zum Beispiel 2016 bei dem Launch von A-Z.com. Seitdem kommuniziere und interagiere ich mit A-Z. Und freue mich jedes Mal über diese Interaktion. Immer noch. Wie? Mehr dazu gibt es nächste Woche in der Rubrik ,Must see’. Und warum stelle ich einen Launch von 2016 vor und nichts Aktuelles? Weil ich an der zweijährigen Interaktion in all ihren Facetten sehe, dass es wirklich funktioniert. Und das begeistert mich.

Gibt es Digitales, das Sie fasziniert? Immer her damit. Ich bin gespannt. Und auch über digitale wie analoge Kommunikation, Meinungen und Kommentare freue ich mich.

Mehr zum Thema der Digitalisierung? Gibt es demnächst. Als neues Kapitel in der Rubrik ,Branding’.
Ein hochspannendes Thema, das sich sowohl im Auf- wie auch Umschwung befindet. Eines, das jeden stetig und immer intensiver begleiten wird. Über den Newsletter werden Sie informiert, sobald etwas online ist.

In Schwarz-Weiß zu umfassender Bekanntheit.

Für mich die beste Wahlkampagne überhaupt. Auch, wenn es jetzt wahrscheinlich Mails und Kommentare hageln wird, weil es vielerlei Meinungen dazu gibt.

Und vielleicht wird sie ja noch einmal benötigt? Die Sondierungsgespräche der SPD sind knapp zugunsten der Groko-Verhandlungen ausgegangen. Der nächste Verhandlungs-Step folgt. Deutschland kann weiterhin gespannt sein, in welche Richtung die Reise geht: weitere vier Jahre Groko, Minderheitsregierung oder tatsächlich doch noch Neuwahlen? Ich bin mir jedenfalls sicher, dass das Thema Wahlwerbung noch nicht aus den Köpfen der Verantwortlichen verschwunden ist und zumindest als Plan B auf einen Relaunch wartet.

»Riskiere brutale Ablehnung.«

Kompetenz, Arroganz oder Eitelkeit? Selbstverliebte Personifizierung einer Partei oder starkes Statement? Gradlinig oder abgehoben? Meinungen über die FDP-Wahlkampagne, die man ständig hört.
Ständig. Genau! Jedem ist bewußt, dass es unmöglich ist, wirklich jedem zu gefallen. Aber man kann jeden erreichen. Und genau das hat die Kampagne der FDP von der Agentur ,Heimat Berlin’ erreicht. Und zwar in unglaublichem und umfassendem Maße.

Ein Blick aus dem Augenwinkel reicht. Verwechslungsfreie Identifizierung von Plakate, Anzeigen & Co. sofort gegeben.
Dank hervorragender und wahlwerbungsuntypischer Schwarz-Weiß-Fotografie (Olaf Heine) nebst menschlicher Ikonisierung sowie hochflexibler, zeitgeistiger Gestaltung bei Wahrung einfacher Grundelemente.

Worüber jeder 2017 mitreden konnte? Mit Sicherheit über die FDP.
Mit unterschiedlichem Tenor und in allen Stufen der Begeisterung oder Empörung (inklusive Wertung und Interpretation der Bilder in Bezug auf das Wesen des abgebildeten Kandidaten Lindner) schallt es durch Deutschland. Jeder hat eine Meinung dazu. Jeder weiß, was die FDP will. Und ob Herr Lindner denn nun sympathisch, kompetent, arrogant oder eitel ist.

Meine Frage: Was kann es also besseres geben?
Nahezu 100% Bekanntheit. Nahezu 100% haben eine Meinung dazu. Aktive Beschäftigung mit Kandidat und Partei. Diskussions- und Relevanzüberschuss – wenn man bedenkt, dass die Regierungsparteien der Groko CDU/CSU und SPD für weitaus weniger Gesprächsstoff gesorgt haben. Und so einige Prozentpunkte mehr bei der Wahl. Was will man mehr?

Mehr Hintergrund zur Kampagne, weitere Motive zu den schon im Slider oben gezeigten sowie O-Töne der FDP zum Kampagnen-Launch finden Sie hier.

Mehr zum Thema Öffentlichkeit, Polarisation und Meinungsbildung erwünscht? Einfach öfter mal in der Rubrik ‚Branding’ stöbern. Interaktion mit mir oder anderen über diesen Beitrag ist natürlich auch möglich – verwenden Sie die Buttons oben.

Ich sehe was,
dass Du nicht siehst.

Wechsel doch einfach die Perspektive. Nicht das ,wir’ ist wichtig, auch nicht das ,Ihr’, sondern das ,Du’!

„Na und? So bin ich eben.“

Der Fokus liegt auf dem ,Du’.
Wie im vorherigen Beitrag – über den Wandel der Zeit – beschrieben, macht dieser Perspektivwechsel nicht nur Sinn, sondern ist schlicht unerlässlich: Die Sicht der Dinge aus Kundenperspektive. Aus Sicht jedes Einzelnen.

Unternehmen können die Welt nicht mehr einfach von innen nach außen betrachten und nach isolierten, unternehmensgesteuerten Betriebs- und Marketingstrukturen handeln. Auch, wenn das viel einfacher wäre. Und auch, wenn das ein paar Jahrzehnte gut funktioniert hat.

Ein großer, guter Schritt nach vorne.
In den letzten Jahren erkennt man verstärkt die Bereitschaft, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Bereiche – wie Kundenbindung, Kundenerlebnis, emotionale Markenwelten und individuelle Betreuung über verschiedenste Kommunikationskanäle – werden zunehmend wichtiger. Also: Die Sicht auf Kunden und Zielgruppen. Die Sicht auf ihre Denk-, Verhaltens-, Kommunikations- und Handlungsweisen.

Und noch einen Schritt weiter.
Da wären wir bei Outside-in Branding. Nicht die Betrachtung und Interpretation des Kunden sind hier das Thema. Sondern die echte Außensicht: Den Kunden in das Herz des Unternehmens zu bringen. Seine Bedürfnisse und Wünsche, seine Kommunikation und das Sein des Einzelnen zu spiegeln und entsprechend mit ihm zu interagieren. Gelebtes Vertrauen, hohe Loyalität und eine echte Beziehung sind das Resultat. Dadurch entstehen echte Loved Brands.

Erreiche das Herz des Menschen. Wenn das erreicht ist, ist alles erreicht.
Genau damit geht es im nächsten Artikel weiter. Mit unten stehende Links können Sie chronologischen weiterlesen. Im Menü unter #Outside-in finden Sie alle bisherigen Artikel. Einen Exkurs über die Hintergründe und die relevanten Fragestellungen für Innovation und Geschäftsidee finden sie dort ebenfalls. Viel Spaß dabei.

Weitergehendes Interesse an der Sache? Melden Sie sich. Interaktion ist immer erwünscht. Nur so geht es weiter. Schreiben Sie mir gerne dazu eine Mail. Oder informieren Sie andere darüber per Facebook.

Schneller, höher, weiter.
Oder nicht?

Die Zeit rennt. Immer schneller. Und alles in ihr rennt mit. Entkommen zwecklos.

Globalisierung, Informationsflut und Digitalisierung sind dabei nur drei Begriffe, die sofort die unglaubliche Verzahnung von allem und überall beschreiben. Und die deutlich machen, dass der Wandel der Zeit immer zügiger und umfassender voranschreiten wird.

„Was für eine Zeit zum Leben.“ (Drake)

Segen und Fluch zugleich.
Die Entwicklung schreitet immer schneller voran. Ungeahnte Möglichkeiten bieten sich für den Moment und werden sich auch zukünftig weiter potenzieren. Jeder kann sich mit jedem vernetzen und vom Wissen der anderen profitieren. Die Devise lautet: alle, alles, immer. Der Gegenpol dazu ist der einzelne Mensch. Und er ist mittendrin. In allem.

Und mittendrin der Mensch.
Er ist umgeben von einem Überangebot an Informationen und Möglichkeiten, stetig an der Belastungsgrenze der Verarbeitung. Die logische Konsequenz daraus ist klar: Der Mensch schaltet runter, er schafft sich seine eigenen Aktions- und Verhaltensradien und reagiert nur noch auf Informationen oder Dinge, die für ihn wichtig sind.

Keine Überraschung also, dass sich das Marketing ebenso stark gewandelt und weiterentwickelt hat. Nicht mehr die pausenlosen Neuerungen der Technologien und Kommunikationskanäle stehen im Vordergrund. Diese werden zwar umfassend genutzt, aber der Fokus hat sich zu einem kundenzentrierten Agieren hin verschoben. Einem Interagieren mit dem einzelnen Menschen in einer neuen Erlebnislandschaft von individueller Kommunikation, stetigem Austausch und einer persönlichen Bindung. Der Kunde ist nicht mehr nur König. Nein. Jeder Einzelne bekommt seine ganz eigene Realität.

Das scheinbar paradoxe an der Entwicklung:
Gerade Globalisierung, Informationsflut und Digitalisierung bringen Vermarkter und Marketing mehr und mehr dazu, den einzelnen Menschen zu betrachten. Und die Wichtigkeit der Interaktion mit jedem Einzelnen zu verstehen.

Der Grund – wie oben beschrieben – ist einfach. Der Mensch muss filtern. In Allem. In Information, Kommunikation und Interaktion. Denn seine Kapazitäten Gehirn und Zeit sind endlich. Die Herausforderung ist also, durch den Filter hindurch zu kommen und den Menschen zu erreichen. Denn der Mensch filtert nicht sachlich, sondern ausschließlich aus dem Bauch heraus. Nicht berechenbar, sondern immer im Wandel ,seiner eigenen’ Zeit.

In immer weiter wachsenden Märkten ist der einzelne Mensch wichtiger denn je für das Thema Marke. Er steht im Mittelpunkt. Und das ist der Ausgangspunkt von Outside-in Branding.
Der Mensch, sein Verhalten und seine Interaktion mit Marken. Ein Thema, das im Laufe der Zeit immer mehr an Gewicht zunehmen und für den Unternehmenserfolg höchste Relevanz besitzen wird. Mit unten stehende Links lesen Sie chronologischen weiter. Im Menü unter #Outside-in finden Sie alle bisherigen Artikel. Einen Exkurs über die Hintergründe und die relevanten Fragestellungen für Innovation und Geschäftsidee finden sie ebenfalls in der Rubrik ,Outside-in‘. Viel Spaß dabei.

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Ein Spiegel. I like.

Das war schon immer so: Der Mensch porträtiert gerne ein Bild von sich selbst. Er mag sich und guckt sich nur zu gern – auch und vor allem in überzeichnet positiver Gestalt – an. Was bedeutet das für Marke und Branding? Ist es wirklich so einfach gestrickt, das Menschlein, oder muss man um ein paar Ecken denken?

»Auf der Suche nach der eigenen Identität, dem ,Better Self‘ und der dauerhaften Bestätigung.«

Der Wunschgedanke ist immer mit dabei. Sich selbst zu sehen, sich zu erhöhen, sich gut zu fühlen – nicht nur für sich selbst, auch für andere.
Sich verewigen, ein Bild von sich zeichnen und sich ins beste Licht rücken. Die Historie dessen ist so alt, wie der Mensch. Man denke z. B. an die alten Ägyptern, an den selbstverliebten römischen Kaiser – und selbst ernannten Künstler – Nero, an wunderbare britische Ahnengalerien, Maskenbälle… an Selfies.

Allein schon die Entstehung und umfassende Verwendung des I-like-Buttons erklärt vieles. Der Wille zu gefallen und sich besser zu fühlen, wenn andere auf einen Post mit ,I like’ reagieren – oder sogar darüber diskutieren und ihn teilen.

Und wie viele Spiegel hat wohl jeder Haushalt zu bieten? Wie oft guckt man sich täglich darin an? Bewusst im Bad, mal eben im Aufzug oder im Vorbeigehen in der Fensterscheibe eines Ladens?

Ganz egal, was es ist. Der Zweck heiligt die Mittel der Selbstbestätigung. Und die Mittel (Medien) für die Selbstbestätigung verändern sich laufend und gehen natürlich mit dem Zeitgeschehen.

Der schöne Schein. Das bessere Ich.
Dabei sollte es realistisch aussehen – das bessere Ich –, aber durchaus optimiert wahrgenommen werden. Das Zusammenspiel von Mensch und Seele – in seiner eigenen Wahrnehmung (verklärt oder nicht) – ist das, was zählt. Ganz einfach übersetzt: der Mensch vermarktet sich damit selbst, positioniert sich und erschafft sein Image. Und alles, was dieses Selbstbild widerspiegelt oder in ein noch besseres Licht rückt, ist nur zu gern willkommen. Ob Ideen, Innovationen, Produkte, Personen, Aktionen – der Mensch wird darauf anspringen, wenn es für ihn erstrebenswert genug ist.

Das heißt? Spiegel den Menschen in Deiner Marke und der Rubel rollt?
Theoretisch, ja. Kommt darauf an. Kann sein, muss aber nicht. Unbefriedigende Antwort? Es steckt eben mehr dahinter.

Die reale Welt kauft anders. Definitiv nicht nur innerhalb ihres Selbstbildes!
Beispiel: Schokolade, Burger, Wein, Kleidung – ach, was auch immer. Handeln wir es mit einfachen Fragen nacheinander ab. Danach sieht man das Dilemma klarer: Kaufen selbsternannte ,gesunde Esser’ wirklich keine Schokolade oder Alkoholika? Isst man als Tierfreund und Befürworter von artgerechter Haltung nie mehr auswärts einen Burger unbekannter Herkunft? Oder trinkt der Veganer auf einer Party nie mehr an offerierten Wein? Im Italien-Urlaub eine tolle Jacke gesehen? Wo war da gleich das Öko- oder Made-in-Label? Ach egal, es ist ja Urlaub.

Nur ein paar Situationen, bei denen man sieht, dass Einsicht und Einstellung nicht gleichbedeutend ist mit Handlung.

Der Reiz, der angespielt wird, macht die Musik.
Trifft er ins Zentrum des Ichs? Löst er einen Wunschgedanken für das Ich aus? Oder überschreitet er eine Grenze und wird Belohnung, Ausnahme oder gezielter Nervenkitzel? Wie etwas wahrgenommen und konsumiert wird, ist Sache der Innovation, des Branding und der Kommunikation zwischen Mensch und Marke/Produkt. Eine Beziehungswelt auf vielerlei Ebenen, die einen klar definierten Ansatz hat, aber meist viele unterschiedliche Visionen, Assoziationen und Emotionen zulässt.

So hat der ,gesunde Esser’ mit Sicherheit ein gutes Gefühl, wenn auf der Schokolade ein Fair-Trade-Logo abgedruckt ist oder die Schokolade einen Manufaktur-Look hat. Der Befürworter der ,artgerechten Tierhaltung’ ist glücklich, wenn er den Burger in individueller Gastronomie mit beworbenen frischen Zutaten und schonender Zubereitung isst, oder aber einfach das M im Logo ,grün’ ist. Der Veganer muss sich ja auch mal einen Weingenuss in guter Gesellschaft gönnen können, schließlich ist es kein totes Tier, sondern Traubensaft. Und die Jacke? Nein, Kinderarbeit stand da nirgends. Und die Verkäuferin machte auch nicht den Eindruck, dass sie so etwas unterstützen würde. Außerdem war sie teuer genug. Da kann ich eigentlich schon sicher sein.

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… mit etwas Amüsement ins gesegnete Fest. Mellan skål och vägg!

Nachdem ich die letzten vier Wochen in der Weihnachtswelt des Münsterlandes unterwegs war und mich über so einiges Skurriles bis Absurdes in Sachen Marke, Kommunikation und Werbung amüsiert habe, habe ich mir überlegt:

Ja, ich möchte das teilen!

»God jul!«

Deswegen anbei – mit meinen allerbesten Weihnachtswünschen zu einem fröhlichen Fest und einem gut gelaunten neuen Jahr 2018 – mein Favorit, der mir die größten Augen und den lautesten Lacher in der Öffentlichkeit beschert hat.

Wenigstens hat das Unternehmen darauf Wert gelegt, dass abgebildete Minderjährige nicht für allzu Hochprozentiges werben. Immerhin nur 12 %. Mellan skål och vägg!

Weil Menschen gern tun, was andere tun.

Die Entwicklung von Innovationen baut auf das Umfeld, auf Megatrends und Absplitterungen davon.

Die Fragen sind: Welches sind die globalen, politischen, kulturellen, ökologischen, gesellschaftlichen und technologischen Trends, die einen breiten Ausgangspunkt für Produkt-Innovationen bieten? Was ist gesellschaftlich relevant und wird auf breites Interesse stoßen? Was – in der breiten Masse – interessiert die Menschen und hilft ihnen mittelfristig weiter?

»Der Innovationsprozess ist wie Goldschürfen.«

Die Fragestellungen sind natürlich erweiterbar, stehen aber alle vor ,einer‘ Herausforderung.
Damit die Idee zur Innovation wird und die Innovation zum gefragten Verkaufsschlager, muss man sich wohl oder übel mit der Frage beschäftigen: Was ist für den einzelnen Menschen relevant, hilft ihm mittelfristig weiter und hat trotzdem massentaugliches Umsatz-Potenzial? Und wie kann ich den einzelnen Menschen erreichen, obwohl ich für den Erfolg hohe Absatzmengen erreichen muss? Individualität versus Anpassung.

Nennen wir es doch einfach Innovations-Trend.
Nichts anderes ist es schließlich. Egal ob umfassend auf eine Branche gemünzt, oder als Produkte und Dienstleistungen entwickelt oder auch für die Änderung von Verhaltensweisen vorbereitend für größere Produktgruppen geplant.

Wenn Ideen entwickelt werden, die sich in einem wachsenden Trend befinden, setzt ein einfacher Mechanismus ein – etwas sehr Menschliches in der Verhaltensweise: Menschen tun gerne das, was andere tun. Sie begeistern sich für Dinge, Verhaltensweisen oder Auffassungen, die andere haben. Je öfter sie etwas sehen, desto mehr wollen sie daran partizipieren: Zur Gruppe gehören, ebenfalls Trendsetter sein – oder zumindest up-to-date. Angesehen sein. Der Beitrag ,Mysterium Marke’ hatte dies ja bereits genauer beleuchtet.

Gruppendynamik ist das, was man braucht. Wenn diese Gruppendynamik für eine lange Zeitspanne anhält, ist viel erreicht. Wenn man sich möglichst lange in eine Pol-Position innovieren kann, ist es schon das Tüpfelchen auf dem ,i’. Und wenn man dann diese Marktführerschaft durch frühzeitig geplante Modifizierungen der Innovation nicht mehr abgibt, bedeutet das nicht nur langfristigen Erfolg für Absatz und Unternehmen, sondern einen hohen Imagewert sowie Vertrauensvorschuss durch die Käuferschaft über lange Zeit.

Bestes Beispiel: Apple.
Nicht nur ein Technologiekonzern, auch – und vor allem – ein hervorragender Marketingkonzern. Über Jahrzehnte bis heute Innovationsführer in Sachen Computer, Mobile Endgeräte und so weiter. Nicht nur mit seinen Produkten, sondern ebenfalls in der Nutzerorientierung, Optik, Kommunikation und Interaktion. Und ein Phänomen in Sachen Timing. Der Wechsel zu neuer Innovation wird fast schon auf den Zenit des vorherigen Produkts gelegt. Besonders revolutionär in der Betrachtung der Desktop-Generationen.

Und das bedeutet für andere Unternehmen: Das Folgen des Trends ist zwecklos, die Entwicklungsspanne zu kurz, man hinkt dem Trend hinterher und kann nur noch in Teilen davon profitieren.

Vorausschauen, Mittelfristigkeit, Timing und gute Planung sind gefragt – bei Idee, Innovation und deren Vermarktung.

Das Thema Innovation geht natürlich noch weiter. Der nächste Beitrag handelt von der relevanten – aber auch schwierigen – Eigenliebe.
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Was ist mit den Ideen, die zu
wahrer Innovation führen?

Wo – zum Beispiel – wurde in der Produkt-Pipeline eine Kaffee-Idee zu Nespresso? Warum ist Airbnb so erfolgreich? Und wieso ist ein Optimierungsprozess von Produkten eine Gefahr für wahre Innovationen?

„Kreativität denkt sich neue Sachen aus, Innovation tut etwas Neues.“ (T. Lewitts)

Unternehmen müssen stetig innovieren, wenn sie wachsen und sich im Markt behaupten wollen.
Der Prozess, der Unternehmen und Marketing von der Idee zur Produkt-Innovation bringt, folgt in den meisten Fällen ähnlichen Prozessen – auch Product-Pipeline-Process genannt. Der Hintergrund liegt klar auf der Hand: das Risiko soll minimiert werden, die Erfolgschance verbessert und Investitionen gesteuert werden. Ein komplexer, umfassender Prozess, der – vereinfacht gesagt – Phasen vom Brainstorming, Entwicklung, Testphasen bis zur Produkteinführung durchläuft.

Die Idee zur Produktentwicklung muss quasi durch einen Trichter, der sie verbessern aber auch schwächen kann. Und die Gefahr besteht, dass Ideen nicht umfassend genug weiterentwickelt werden, in kleinere Entwicklungen münden und hinter ihrer möglichen Strahlkraft zurückbleiben.

Was ist also mit Nespresso oder Airbnb? Wo steckt die Idee in diesen beiden hoch erfolgreichen Innovationen?
Hinter Nespresso steht sicherlich der Trend der Individualisierung und damit der Erhöhung der eigenen Wertigkeit aus Kundensicht. Der Wunsch einer kleinen, exklusiven Community anzugehören und diese seinem sozialen Umfeld dampfend, duftend und in unterschiedlichsten Geschmacksnoten zu präsentieren. Aber, wie bei jedem Trend, hat der durchschlagende Erfolg – und damit letztendlich die breite Anhängerschaft – dazu beigetragen, die Ausgangslage der Individualität in eine Anpassung zu transformieren. Die Begeisterung hält an, der Hype wandelt sich jedoch in eine Gewöhnung, eine Vertrauensbasis. Nespresso muss sich demnächst bewegen und weiterentwickeln, damit es die Begeisterung und damit die Kaufentscheidungen bei sich behält.

Nur der Wunsch zu reisen? Airbnb hat mit Sicherheit mehr als das angetrieben. Echte Erfahrungen sind Trumpf und stechen das bloße Reiseziel aus. Da der Tourist in der Regel keine Erfahrungen hat, ist das ein umwerfendes Versprechen an ihn: wir sorgen garantiert – und vorab von anderen Urlaubern getestet – für Deine schönsten Tage im Jahr. Der Mensch fühlt sich als solcher wahrgenommen, kann sich seinen Bedürfnissen entsprechend orientieren und quasi wie zu Hause fühlen. Die Sicherheit, dass die Urlaubszeit auf jeden Fall ein voller Erfolg wird, steigt mental rapide. Man hat einfach ein gutes Gefühl dabei. Nicht nur bei der ersten Buchung, auch bei allen weiteren.

Und da wäre er wieder: der Kontext!
Ideen existieren nicht in einem Vakuum. Sie brauchen einen Rahmen, die richtige Umgebung und einen – im Falle von Nespresso und Airbnb – nutzerorientierten Kontext.

Die folgenden Beiträge zum Thema Branding und Innovation werden von typisch Menschlichem handeln: Der Mensch tut gerne das, was andere tun. Und er zeichnet gerne ein Bild von sich selbst. Er baut online nur bedingt eine Verbindung zu Marke und Innovation auf. Wie schaffe man das also?
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