Alles neu, alles anders.
That’s next.

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Seit 18 Jahren gibt es den DDC Wettbewerb ,Gute Gestaltung‘ für den deutschsprachigen Raum.

18 Jahre, in denen nicht nur viel in Sachen Design passiert ist. Auch die Art der Kommunikation und die Anforderungen an Designer haben sich gewandelt.

Darum hat der DDC zum Wettbewerb ,Gute Gestaltung 19‘ reagiert und den Wettbewerbs umstrukturiert. Es wurde gekürzt, gestrafft, modernisiert und den Schwerpunkt auf Absichten und Exzellenzen statt Disziplinen gelegt.

7 neue Kategorien…

1. Identity
Mutige Logos und Erscheinungsbilder einer Marke, die direkt überzeugen.

Es kann konzeptionell gut gedacht, visionär und mit viel Leidenschaft und Handwerkskunst umgesetzt sein: Auch in einer sich schneller drehenden Welt bleibt Corporate Design eine Königsdisziplin der Kreativen. Ob Design, Film oder Fotografie: diese Kategorie umfasst alles, was den individuellen Fingerabdruck einer Marke ausmacht.
Unterkategorien: Corporate Design, Brand Design, Corporate Websites, Corporate Image, Corporate Film, Corporate Manuals
Diesjähriger Juryvorsitz: Patrick Märki, KMS Team

2. Spaces
Die Begegnung von Marke und Konsument im Raum.

Eine der vielschichtigsten Kategorien kombiniert architektonische Elemente und Produkt-Design mit Kommunikation, gerne gestützt und erweitert durch innovative Technologie. Wir suchen herausragende Lösungen, die Markenbotschaften überraschend und mehrdimensional transportieren – bei Messeauftritten, im Retail-Design, bei Ausstellungen und Events.
Unterkategorien: Messe, Ausstellungen, Retail Design, Event, Installationen im öffentlichen Raum, Bewegtbildmedien
Diesjähriger Juryvorsitz: Prof. Helmut Kleine-Kraneburg, Gruber + Kleine-Kraneburg Architekten

3. Reporting
Weil gerade trockene Inhalte gute Ideen brauchen.

Manchmal ist es erstaunlich, wie interessant, anschaulich und schön erklärungsbedürftige Inhalte und Infografiken durch gutes Design werden können. In dieser Kategorie würdigen wir gelungene Beispiele des Informationsdesigns und zeichnen Geschäftsberichte und Nachhaltigkeitsberichten aus, welche sich gestalterische Handwerkskunst, Ideenreichtum und Liebe zum Detail auszeichnen.
Unterkategorien: Geschäftsberichte (digital & analog), Nachhaltigkeitsberichte, Informationsdesign, Bewegtbild-Content, Informationals & Dokumentationen
Diesjähriger Juryvorsitz: Norbert Möller, Peter Schmidt Group

4. Product
Immer auf der Suche nachder besten Form.

Produktdesign strebt danach, bestehende Konzepte besser zu machen und findet auf der Suche nach Lösungen überraschende Formen bis hin zu vollkommen neuen Produkten. Neuen Herstellungsweisen und Materialien kommt hier eine besondere Rolle zu. Neben Packaging Design zählt im digitalen Zeitalter selbstverständlich auch User Interface Design mit zur Kategorie.
Unterkategorien: Produktdesign, Packaging, User Interface, Public Design, Neue Herstellung & neues Material
Diesjähriger Juryvorsitz: Prof. Oliver Vogt, Kunsthochschule Kassel

5. Campaign 
Werbebotschaft sucht die richtigen Kanäle.

Auch die beste kommunikative Idee verpufft, wenn sie nicht über die richtigen Medien gespielt wird. Und diese Aufgabe wird immer komplexer. Wie macht man heute gute Werbung im Sinne einer crossmedialen Kampagne? In dieser Kategorie suchen wir Best Cases, die zeigen, wie eine Botschaft intelligent über verschiedene Touchpoints hinweg gespielt wird und so überraschend ihre Zielgruppe erreicht – vom Plakat bis zur Social Media-Kampagne, von der Outdoor Kommunikation bis zum Direct Marketing.
Unterkategorien: Advertising, Crossmediale Kampagnen, Vernetzte Kommunikation, Social Media, Viral Spots, Clips, Videos, Plakate
Diesjähriger Juryvorsitz: Inka Drögemüller, Schirn Kunsthalle Frankfurt

6. Publishing
Ein Buch oder eine Publikation hat viele Gesichter.

Die unterschiedlichsten Veröffentlichungen verlassen jedes Jahr die Druckereien. Diese Kategorie bietet eine Bühne für ihre vielfältigen gestalterischen Produkte mit all ihren Facetten und Disziplinen. Hier werden hochwertige und überraschende Magazine, Editorials, Unternehmensberichte genauso ausgezeichnet wie kunstvolle Bücher oder Werke der Typografie. Auch künstlerische Einzelarbeiten wie Fotografien oder Illustration sind hier beheimatet.
Unterkategorien: Editorial, Bücher, eBooks, Magazine, Produktbroschüren, Unternehmenspublikationen, Typo, Illustration, Fotografie
Diesjähriger Juryvorsitz: Kimberly Lloyd, Lloyd and Associates

7. Interactive
Digital wird Experience.

In dieser Kategorie suchen wir smarte Lösungen und aufregend innovative Beispiele interaktiver Arbeiten. Von Websites, Games oder Apps mit ungewöhnlicher UX oder einem exzellenten Design über spannende Augmented Reality Funktionen oder Virtual Reality Experiences. Immer mit dem Ziel, die Kommunikation nicht nur um eine digitale Dimension zu erweitern, sondern tiefer gehende, bleibende Erlebnisse für den User zu kreieren.
Unterkategorien: UX-Design, Websites, Apps, Animation, Augmented Reality, Virtual Reality, Games
Diesjähriger Juryvorsitz: Claudia Friedrich, HID Human Interface Design

Einreichungs-Deadlines
Bis 30. September – 345 €
Bis 12. Oktober – 395 €
Studenten bis 12. Oktober – 75 €
Designorientierte Start-ups bis 12. Oktober – 150 €

… und 2 neue mit 5.000 Euro dotierte Awards.

Der DDC möchte den beruflichen Nachwuchs und junge Talente während der Ausbildung, aber auch in den ersten Jahren der eigenen beruflichen Selbstständigkeit stärker fördern. In allen Kategorien können studentische Arbeiten eingereicht werden.

Zusätzlich zeichnet der mit einem Preisgeld von 5.000 € dotierte DDC UNIVERSITY AWARD die beste studentische Arbeit aus allen Kategorien aus. Ebenso werden aus allen Arbeiten von jungen designorientierten Start-ups (Unternehmen, Kommunikations-, Industrie Design und Architekturbüros), die seit weniger als fünf Jahren im Business sind, der DDC NEXT AWARD, der ebenfalls mit einem Preisgeld von 5.000 € dotiert ist, vergeben.

Mehr unter ddc.de

Be Part of it!
so_Pola. Vom Aktions-Projekt zum analogen Hype.

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Es ist kryptisch, intensiv, spontan und komplex. Es ist flüchtig, nicht planbar, ein unsteter Moment. Aber ein Moment, der anhält. Es ist einfach „Zucker für die Seele“. Und 100% Begeisterung für alle Beteiligten.

„Ich bin eine Sammlerin (neudeutsch: Messie). Ich suche nicht das perfekte Bild. Ich will das Leben im Moment, die Situation als intensive Illustration. Ich will das Leben als Emotion, keine Planung.“ (Siggi Ortwein)

Ausgangslage: Eine Idee, eine ,Leica Sofort‘ in »Caepsele-blau«, der Drang zur Dokumentation von Menschen, Dingen, Eindrücken, Geschichten – dem Leben. Per Polaroid, per Doppelbelichtung, als Experiment: so_Pola. Der Name kam später. Der Hype war von Anfang an da.
Ganz kurz umrissen, was passiert, wenn die digitale Fotografie zugunsten der doppelt-analogen Sofort-Fotografie eingetauscht wird? Was passiert, wenn man ein paar mehr „Unbekannte“ in der Gleichung hat – technische wie menschliche – und das fotografische Ergebnis einen zufälligen Moment spiegelt? Was passiert, wenn mehrere Personen spontan vor und hinter der Kamera interagieren? Nach Situation, nach Antrieb, ohne Briefing?

Was als persönliches Projekt begann, entwickelt sich über ein Jahr hin zu einer Dokumentation von Momenten und Eindrücken, Situationen und menschlichen Interaktionen. Mittlerweile ist daraus ein fest installiertes Aktions-Projekt für „Analoges Morphing“ geworden – ein Flash(Mob)-Art-Projekt. Etwas, an dem man teilhaben kann.
2017 hatte ich bei der DDC Jury das erste Mal das hautnahe Vergnügen, selbst daran teilzunehmen. Aber auch die Reaktion direkt wahrzunehmen, die zwei Tage so_Pola ausgelöst hat. Drei Sachen fallen mir sofort dazu ein: geradezu euphorischer Spaß, absolute Begeisterung und kreative Aktion aller Beteiligten. Nicht nur die Bilder strahlen das sofort aus. Auch die beteiligten Personen. Und noch etwas können die fotografischen Momentaufnahmen: sie halten Interaktionen und Nicht-Wiederholbares fest, sie lassen die Erinnerung an die Emotionen dieses Augenblicks zu. Resultat: ich lache, sobald ich eines der Bilder anschaue und mich daran erinnere. Ich will mehr… sehen, teilhaben, mitmachen.

 

„Ich wollte schon immer ALLEs mit ALLEm und ALLEn verbinden… was mir am Herzen liegt.“ (Siggi Ortwein)

Startschuss von der eigenen Dokumentation zum Projekt so_Pola? Besser als Siggi selbst, kann das wohl niemand ausdrücken:
„Da gab’s erst mal kein Konzept. Nur folgende kleine Story: Ich sah diese Kamera in nem Design Mag, wollte sie unbedingt haben, bin zu meinem lokalen Foto Dealer Woehl und fragte: „Haben Sie diese Leica schon da?“ Und er: „Ja, Frau Ortwein, sogar in Caepsele-blau!“

Am selben Abend war die DDC-Preisverleihung im Frankfurter Depot. Statt einem neuen Kleid hatte ich eine coole neue Halskette. Eigentlich wollt’ ich ja die Polas für nen 5er verkaufen (wie früher die Freaks in den Berliner Kneipen), doch schnell merkte ich: alle sagen „Cool – darf ich davon n Repro machen?“ … und zückten ihre Handys, … zudem wollte ich ja eigentlich ganz schnell die Bilder gar nicht mehr hergeben. Denn ich will sie als Erinnerung behalten. So entstand das Konzept. Das war der allererste Einsatz der Kamera und eine Dokumentation, noch ohne Einzelbeschriftungen und Unterschriften.“

 

„Die Motivation, das Projekt nach dem vergangenen Jahr weiter zu machen, ist eindeutig: die durchweg positive Reaktion und das Feedback der Menschen. Und zwar: ob jung – ob alt. Ob arm – ob reich. Dick, dünn, schwarz, weiß, bunt, gefiedert. Mann, Frau, Querbeet, Transgender. Von ganz unten bis ganz oben. Branchenübergreifend. Einfach alle, mit denen ich bisher zu tun hatte – jeder auf seine Weise: begeistert, offen, interessiert – sprechen mich an und stellen Fragen.“

 

Was begeistert heutzutage überhaupt noch? Die Frage hat sich White off/ ja bereits schon einmal in anderem Beitrag gestellt. so_Pola beantwortet das in ganz klarer Form. Nämlich in Form von Reaktionen der Beteiligten:
Siggi Ortwein – schon eine Menschgewordene Marke an sich – in ihrer Begeisterung und Vehemenz für das sich immer erweiternde Projekt. Die echte Begeisterung, Freude und der positive Aktionismus der Menschen während der fotografischen Interaktion. Das beglückte, überraschte und lachende Gemüt nach ein paar Sekunden Entwicklungszeit des Polaroids. Die weder zu planenden noch schwer zu beschreibenden Resultate… die man einfach anschauen muss… und die aus der Situation, der Initiative vor und hinter der Kamera, dem Experiment by doing und just in time entstanden sind. Unglaublich, was das analoge Fotografieren nebst Doppelbelichterei unter Regie der Offenbacher Informations-Designerin / Visual-Thinking-Storytellerin bewegen kann: Alles.

Wenn man Glück hat, ist man ganz schnell Teil von so_Pola – gecastet auf Siggis Streifzügen durch Offenbach, Frankfurt oder anderswo. Wenn man nicht nur Glück haben will: ab September auch auf Anfrage.
Projekte, Events, Kunst, Kultur, Konferenzen, Konzerte – wenn etwas reizt und passt, stehen die Chancen gut, dass Siggi dafür buchbar ist. Interesse? Einfach melden bei Siggi Ortwein oder bei mir.

Und zum Abschluss, weil’s so viel Spaß macht, noch das letzte entstandene so_Pola von Siggi und mir bei der Besprechung zu diesem Beitrag vor dem Oberurseler „Louvre“ (so der Kommentar eines Spaziergängers zum Vordach des Parkhauses – und Hintergrund des Fotos).

Kampagne für den gerade beendeten 101. Katholikentag macht Schule.
In Münster.
Wo sonst.

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Für Aufklärung, Meinungsgenerierung und Bildung in Aktion: Tobias Hoppmann, Lehrer an der Johannes-Gutenberg-Realschule in Hiltrup, bringt Europa in die Schule. In Form der Kampagne des kürzlich beendeten 101. Katholikentags in Münster. Das Banner-Motiv mit dem „Europagesicht“ wird kurzerhand nach der Abschlussveranstaltung – natürlich mit Genehmigung von offizieller Seite – für Lehrzwecke mitgenommen und wandert in die Schule.

Eine Kampagne, die lebt. Kampagnen-Motive, über die nach- und weitergedacht werden. Diskussionen über Inhalte, die generationsübergreifend diskutiert werden.

»Das Gesicht mit aufgemalter Europaflagge: rein in die Schule damit. Was ist besser, als aktuell Europa zu diskutieren und dabei Fächer wie Politik, Deutsch, Geschichte, Religion miteinander zu verbinden.« (Tobias Hoppmann)

 

Was sieht man? Wie wirkt das Gesicht? Warum macht das jemand?
Fragen, mit denen die Diskussionen in Klasse 5 bis 10 starten. Antworten wie: „Weil Europa sympathisch ist.“ Oder „Weil Europa gut sein muss, wenn man so etwas macht. Vielleicht war das vorher mal nicht so.“ folgen. Ein guter Einstieg in das Thema „Europa und Frieden“ – relevant und prädestiniert für eine schulfächerübergreifende Diskussion. Egal ob Geschichte, Religion, Deutsch oder Politik. In Münster – Stadt des westfälischen Friedens 1648 und damit einhergehendem Ende des Dreißigjährigen Krieges – wird gesprochen über die momentan längste Friedenszeit, die die EU je hatte (70 Jahre!). Über das, was jeder dazu beitragen kann. Über die Verteidigung von Werten und erlangter Freiheit für ein stabiles Europa. Und darüber, wie wichtig es ist, auch anderen Freiheit und Frieden zu ermöglichen. Dass das einhergeht mit kritischen und aufwühlenden sowie hochaktuellen Diskursen über Parteiensysteme, Flüchtlingspolitik, Weltwirtschaft etc. ist logisch, selbstredend und mehr als wichtig.

Was aber noch wertvoller ist, als die Erkenntnis von historischer Verantwortung und dem kritischen Blick auf die gegenwärtigen Strömungen um uns herum?
Es ist der Blick nach vorn. Auf ein Europa, wie es sein sollte und könnte. Der Einsatz, der im Großen und Kleinen erbracht werden kann. Und das Engagement, dass vielleicht genau so eine Diskussion bei Schülern bewirkt… weil ein Lehrer einen riesigen Kampagnenbanner mit einem bewegenden Europa-Motiv hervorragend zweckentfremdet hat, um zu alldem einen Anstoß zu geben.

Should be continued…?

Mehr Einblick in die Kampagne?
Im Slider sind einige der Motive der Kampagne ,Individual Peace’ vom diesjährigen 101. Katholikentag zu sehen. Nicht ein einzelnes Key Visual steht für das Motto ,Suche Frieden’, sondern die schier unerschöpfliche Vielfalt an aktuellen Motiven, die im Öffentlichen sowie Privaten Relevanz besitzen. Die Kampagne wurde mit dem Red Dot Award sowie beim DDC ausgezeichnet. Mehr dazu auf www.katholikentag.de.

 

Weiteres zu dem Thema rund um die Johannes-Gutenberg-Realschule in Münster:
Im März 2018 hatte die Schule Salomon Perel zu Gast im Cineplex. Der Golden Globe dotierte Kinofilm, welcher auf der Basis von Perels Buch ,Ich war Hitlerjunge Salomon‘ vor 20 Jahren in die Kinos gekommen ist, wurde den Schülern vor der bewegenden Lesung des Zeitzeugen im Cineplex Münsters gezeigt. Im Beisein von Bürgermeister Gerhard Joksch ist Sally Perel – ,Sally‘ ist sein Spitzname –, nach der Lesung der offizielle Pate des Gütesiegels ,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage geworden‘. „Natürlich sind wir stolz, dass wir als Realschule in Münster diesen Paten aus Israel für unsere Schülerschaft gewinnen konnten. Und der ehrliche Blick des 92jährigen in die Vergangenheit gibt deutliche Aufschlüsse darüber, wie wir ein friedliches Europa jeden Tag aufs Neue selbst gestalten müssen, um diesen Frieden auch im Jahr 2050 noch zu wahren. Nationalismus überwinden und Gemeinsamkeiten finden, muss dafür die Losung sein!“ (Tobias Hoppmann)

Bing.
SMS.
Foto mit Blick aus 10.000 Metern Höhe.
pures Glück.

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Der Klassiker in der Frühjahreszeit: der Ansturm auf die Sonne nach einem langen, dunklen Winter. Die Quote an Nachrichten mit Foto aus dem Flieger – im optimalen Falle mit Flugzeugflügel, aufgehender Sonne und ein paar vereinzelten Wölkchen – steigt exorbitant an.

Was passiert? Mein Herz macht einen Satz, ich grinse und freue mich über den Moment und die Aussicht auf Meer, Sonne, Urlaub, Seele baumeln lassen. Seufze ein paar Mal und bin glücklich. Bei anderen mag das ganz anders aussehen und ist vielleicht verknüpft mit Flugangst oder ständigem Familienkrach während der schönsten Zeit des Jahres oder aber mit einer Dauerreisetätigkeit im Job per Flieger.

Worum es hier geht, ist klar: das Thema ist die Assoziation und wie sie entsteht. Ein gar nützliches Ding für Marke und Branding, das das Gehirn mit dem Menschlein treibt.

»Wann hast Du das letzte Mal gedacht, dass aus Dir – einfach nur so – die Sonne scheint?«

Meine Reaktion auf die SMS mit Flugzeugbild? »Verdammt, ich muss weg. Ans Meer. Ich brauch’ Urlaub!«

Assoziationen beruhen auf individuellen Erfahrungen, Erinnerungen und Emotionen. Also auf der gedanklichen Verbindung zu der eigenen Vergangenheit. Und sind damit auch Teil der Positionierung von Marken.

Um bei dem Beispiel ,Flugzeug’ zu bleiben: TUI positioniert sich als Ferienflieger, Ryanair als Billig-Variante dazu und Lufthansa zieht sein Potenzial als Business-Flieger aus Komfort, Annehmlichkeit und Seriosität. Letzterer – gerade mit neuem Relaunch ganz in ,Blau’ unterwegs – setzt mit seinem neuen, klassisch-reduzierten Look noch mehr auf Seriosität und Eleganz für seine Zielgruppe. (Einfach mal die Lufthansa vorher/nachher anschauen und auf sich wirken lassen. Übrigens: Die neue visuelle Identität entstand unter der Leitung von Lufthansa-Designchef Ronald Wild in Zusammenarbeit mit der Agentur Martin et Karczinski.)

Was noch Assoziationen auslöst? Laut Aristoteles: Ähnlichkeit, Kontrast, Gleichzeitigkeit und Nähe.
Dazu vier Beispiele:

// Ähnlichkeit – eine Orange hat viel Vitamin C und schmeckt lecker. Ergo: alle Zitrusfrüchte sind gesund und gut für mich. Auch die Sprudelgetränke mit Orangengeschmack.

// Kontrast – heiß und kalt bedingen sich nicht nur in der Empfindung als Erlebnis, sondern auch in der direkten gedanklichen, wie verbalen Verbindung. Wer kennt den Satz nicht: »Da wird mir gleich heiß und kalt zugleich.«

// Gleichzeitigkeit – der frühe Morgen beginnt mit einem Hahnenschrei (zumindest auf dem Land, in der Stadt zwitschern die Vögel, aber als Kind hat man ersteres einfach gelernt) und das Frühstück am Sonntag beginnt eben mit Frühstückseiern. Vom Bauernhof.

// Nähe – die Tasse Espresso, Cappuccino oder Tee im Café bedingt – fast schon unumstößlich – ein Glas Wasser, einen Keks auf der Untertasse oder Kandis nebst Zitrone oder Milch dazu. Alles andere würde schlichtweg enttäuschen. Wenn man dies zum Beispiel markentechnisch weiterführt, assoziiert man für einen Kaffee bei Sacher gleich das Stück Torte hinzu oder bei Starbucks die individuelle Vielfältigkeit meines ganz persönlichen Kaffees nebst Sorten, Milchvarianten, Flavour usw.

Alles ist erlernt, weil es dem Gehirn leichter fällt und schnelle Entscheidungen zuläßt.
Wenn etwas oft genug wiederholt wird, lernt man es. Eine klare Sache. Wiederholungen sind der Schlüssel zum Erfolg. Und dabei ist es leichter, neue Informationen mit persönlichen Erinnerungen, Emotionen, Bildern, Orten, Handlungen und ähnlichem zu verknüpfen. Wir erinnern uns quasi automatisch, was bei abstrakten Informationen nicht gelingt. Weder automatisch noch dauerhaft, sondern nur mit hoher Anstrengung. Wer kennt nicht die Tortour des ,auswendig Lernens’ in der Schule.

A bedingt B – auch wenn B irgendwann fehlt.

Und deswegen lernen auch Hund, Katze, Pferd per Klickertraining ganz schnell: A bedingt B. Und das ist in der Regel eine Belohnung.

Das lernt nicht nur der Mensch. Innerhalb kürzester Zeit erlernt auch das liebe Haustier: Wenn ich etwas tue, kommt ein Ton, der gleichzeitig mit einer Belohnung serviert wird. Meist als Leckerei. Wiederholt man dies nur lange genug, reicht der Ton aus, um beim tierischen Liebling die gleiche Genugtuung hervorzurufen. Man kann sich die eigentliche essbare Belohnung sparen, der Erfolg bleibt aber der gleiche.

Der Mensch funktioniert genauso. Ob man will oder nicht. Aber es ist auch wirklich schön, einfach eine SMS zu öffnen und sich aufgrund eines banalen Flugzeugbildes richtig gut zu fühlen und glücklich zu sein.

Mehr zum Thema Emotion folgt. Genaueres zu Erfahrungen und Erinnerungen gibt es in den nächsten Beiträgen. Einfach zu finden im Menü unter Schlagworte oder per klick auf die Links. Für Hinweisen und Erweiterungen zu diesem absolut spannenden Thema: einfach und sehr gerne eine E-Mail an mich schreiben.

Die Macht der/den Emotionen!

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Déjà Vu – eine Gedächtnistäuschung – definiert als überwältigendes Gefühl der Vertrautheit. Ein psychologisches Phänomen, das sich in dem Gefühl äußert, eine gänzlich neue Situation schon einmal erlebt zu haben. Ein starkes Beispiel für die Macht der Emotionen in uns und wie eigentlich unser Gehirn funktioniert.

Obwohl wir eine Spezies mit hoher intellektueller Kapazität sind, die im analytischen Denken und Handeln geschult ist, und die in einer zunehmend rationalisierten und vernunftbasierten Welt lebt: Motor und die Basis unserer Entscheidungen sind die Emotionen. Und sie haben eine umfassende und teils erschütternde Macht über uns.

Der wechselwirkende Einfluss von Emotionen auf Marken und Branding liegt auf der Hand. Ein Grund, sich näher damit zu beschäftigen und tiefer ins menschliche Gehirn zu schauen. Ich kann versprechen, es wird sich lohnen.

»Positiv ist das Schlüsselwort. Damit wird für Marken alles leichter.«

Emotion ist Affekt.
Was sind Emotionen? Die Emotion ist der Affekt, der ein Grundgefühl auslöst. Also so etwas wie Freude, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Interesse, Schuldgefühl, Traurigkeit, Überraschung, Liebe, Hass oder Vertrauen.

Emotionen sind also nicht das Gefühl an sich, sondern der vorgelagerte Impuls dazu. Emotionen entstehen einerseits aus der subjektiven Einschätzung von Ereignissen, andererseits durch die Wiederherstellung einer früheren emotionalen Bedeutung.

Eine Wahnsinns-Erkenntnis für alle, die mit Marken und Branding zu tun haben.

Wie alles hat diese Erkenntnis ein: aber!
Wenn ein Ereignis in einen bestimmten Zusammenhang erlebt wurde, wird es im episodischen Gedächtnis gespeichert. Wenn dieser episodische Zusammenhang fehlt, kann aber bereits ein Wort oder ein anderes kontextloses Fragment Emotionen auslösen. Kurz zusammengefasst: Emotionen beruhen auf Erinnerungen. Und zwar auf subjektiven Erinnerungen, die je nach persönlichem Weltbild, Werten, psychischem Zustand und vielem mehr vom jedem Einzelnen anders bewertet oder interpretiert werden. Kognitive Verzerrungen und ,falsche’ Bewertungen sind deswegen immer möglich. Und das ist auch der Grund, weshalb für jedes Land/jeden Kulturkreis Marken anders in Szene gesetzt werden und kommunizieren.

Positiv, neutral oder negativ – die Grundstimmung macht die Musik.
Emotionen beeinflussen uns in der Beurteilung, was positiv oder negativ ist. Nützlich oder bedrohlich. Ist man positiv gestimmt, sieht alles in der Welt um uns herum auch farbiger und besser aus. Wir beurteilen unser Umfeld und uns selber optimistisch.

Was das aber auch heißen kann? Man ist empfänglich für risikoreiche Entscheidungen, Gefahren werden unterschätzt oder ein Kredit abgeschlossen, der gar nicht im Budget liegt. Man trifft Entscheidungen viel schneller als in neutraler oder gar negativer Stimmung.

Ähnlich wie bei Entscheidungen geht der Mensch mit Problemen um. Positiv gestimmte Menschen brauchen weniger Informationen, um Wege für Problemlösungen einzuschlagen. Sie verfügen über einen erweiterten Blickwinkel und mehr Kreativität. Sie sind global orientiert. Negativ gestimmte Menschen richten den Blick eher auf Details und sind nur in der Lage, geregelten Bahnen zu folgen.

Das Bauchgefühl lässt sich nicht abstellen. Meistens. Zum Glück!
Das limbische System ist physisch direkt mit dem Magen-Darm-Trakt verbunden. Nicht ohne Grund heißt es im Volksmund: aus dem Bauch heraus entscheiden. Menschen treffen Entscheidungen, ohne oder nur mit geringer rationaler Beurteilung. Eben rein emotional.

Viele Bauch-Entscheidungen erweisen sich als deutlich sinnvoller und langfristig erfolgreicher als Entscheidungen, die auf Intellekt und Vernunft basieren. Aber Bauch-Entscheidungen stellen auch keine verlässliche Bewertung dar. Denn die Emotionen steuern ebenso Triebe und Empfindungen, die fatale Handlungen nach sich ziehen können. Das zeigt auch die Tatsache, dass in vielen Ländern für Totschlag und Mord im ,Affekt’ ein deutlich geringeres Strafmaß angesetzt wird.

Was heißt das für das Thema Branding?
Emotionen steuern unsere Verhaltensprozesse – Erinnerungen, Erfahrungen und Assoziationen – und lösen Entscheidungen aus. Ergo: Emotionen sind das, was wir verstehen und ansprechen müssen.

Mehr zum Thema Emotion und Branding folgt. Einen Blick auf Assoziationen, Erfahrungen, Erinnerungen und das wunderbare Ding mit der Wiederholung gibt es in den nächsten Beiträgen. Einfach zu finden im Menü unter Schlagworte oder per klick auf die Links. Für Hinweisen und Erweiterungen zu diesem absolut spannenden Thema: einfach und sehr gerne eine E-Mail an mich schreiben.

Weiblich? Schade…
21% weniger im Glas.*

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Vertrauen, Interesse, Freude, Überraschung, Scham, Traurigkeit: All diese grundsätzlichen Gefühle zeigen die Gesichter der Kinder in dem filmischen Experiment von Finansforbundet, einer Bank-Gewerkschaft aus Norwegen, zum Thema ,Gender Pay Gap’.

Gezeigt wird eindringlich und unmissverständlich: der Gerechtigkeitssinn bei Kindern funktioniert. Warum soll es auch Unterschiede bei gleicher Arbeit und Qualifikation in der Entlohnung geben? Nur aufgrund des Geschlechts? Wohl kaum!

Ein heikles Thema auf den Punkt gebracht, ohne Angriffspunkte zu geben. Großartig!

Geschaltet am 8. März als fb-Kampagne zum Weltfrauentag: 10 Mio. Mal angeschaut nach einem Tag. Unbedingt ansehen.

„She was just as good as me, so we should get the same reward.“

 

 

Weil Du ein Mädchen bist!
Der Gesichtsausdruck der Kinder spricht Bände nach dieser Erklärung auf die Frage, warum als Mädchen weniger Süßigkeiten im Glas sind: kompletter Emotionswandel, pures Unverständnis – wohlgemerkt auf beiden Geschlechterseiten.

Auf die allgemeine, anfängliche Freude über eine Belohnung wechselt die Gefühlslage – nach Erkenntnis der ungleichen Behandlung – in Überraschung, Unverständnis, Unsicherheit. Nach Begründung schlagen die Emotionen sofort noch einmal um. Auf der einen Seite in Traurigkeit oder Wut, auf der anderen Seite in Scham.

Now it’s equal!
Dank gleichwertiger Aufteilung am Ende des Films, ist große Erleichterung und Zufriedenheit bei den Kindern zu beobachten. Aber nicht nur das. Auch der Körper reagiert: die Schultern sacken und die körperliche Anspannung löst sich. Bei allen!

Umso erstaunlicher, dass davon im Erwachsenenalter nur wenig übrig geblieben ist?
Der Satz ,Das ist zwar nicht gerecht, aber es ist eben so.’ ist Ausdruck von Resignation durch einen Lernprozess: die Akzeptanz von Dingen ohne erneutes Hinterfragen. Das Gehirn und die Emotionen, passen sich an – unter anderem aufgrund von Erfahrungen, Erinnerungen, Bewertungen, Assoziationen.

Fazit 1: Der Mensch passt sich über einen längeren Zeitraum an.
Das ist bekannt. Anders könnte er in der Gemeinschaft schlichtweg nicht existieren. Früher ging es um fressen und gefressen werden. Heute geht es eben um die Möglichkeit, ob und welchen Job ich erhalten kann.

Fazit 2: Das Gehirn funktioniert irgendwann anders. Und leider kann man das von jetzt auf gleich nicht mehr umstellen.
Resignation, Neutralität, Trauer, Schuld, Wut haben auf Dauer negative Auswirkungen auf unser Denken und Handeln. Neutrale oder negative Einflüsse lassen nurmehr geregelte Abläufe nach Schema ,F’ zu. Sie behindern einen erweiterten Blickwinkel, die globale Orientierung, die Kreativität und Schaffenskraft. Medizinische Studien belegen sogar die Begünstigung von Demenz durch dauerhaft negative Einflüsse – aber das nur nebenbei.

Und spätestens an diesem Punkt sollte klar sein: positive Umgebung schafft Kreativität, Aktion, Verantwortung sowie weitreichendes Denken und Handeln.

Frage: Warum also wird in Deutschland nicht positiv gearbeitet?
Mit Lob, Ansporn und Anspruch? Warum Druck- und Drohkulissen aufbauen und den Arbeitnehmer, Dienstleister etc. in ein Zwangskorsett stecken?

Weil es positiv nicht funktioniert? Nein, denn das ist hinlänglich von etlichen Unternehmen bewiesen worden – Steigerung in Schöpfung, Kreativität, Umsatz, Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit sowie weniger Krankheitsausfälle.

Warum dann?
Die Antwort steht oben im Text.

Mehr zu kontroversen Themen? Einfach öfter mal in der Rubrik ‚Dialog’ stöbern. Interaktion mit mir ist natürlich auch möglich – verwenden Sie die Buttons oben. Außerdem gibt es zu den Themen Emotion und Verhalten in der Rubrik ,Outside-in‘ bald mehr zu lesen.

 

* Anmerkung zum Header:
15.03.2018: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) verdienten Frauen in Deutschland im letzten Jahr 21% weniger als Männer (Unbereinigter Gender Pay Gap). Über die Formulierung und die Tatsache, dass der Prozentsatz ,stabil’ geblieben ist, sollte langsam nicht nur angestrengt nachgedacht werden!

Können Worte und Handlungen ohne Kontext überhaupt Bedeutung haben?

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Wenn man darauf hinweist und kurz darüber nachdenkt, ist die Antwort auf die Frage oben sehr offensichtlich: Nein!

»Kontext ist alles.«

Der Kontext beeinflusst alles:
Der Kontext ist die Umgebung, in der wir Dinge erleben. Und wie und mit wem wir sie erleben. Wie unglaublich schwer ist es zum Beispiel, jemanden an einem anderen Ort oder in anderer Situation zu erkennen, wenn man diesen ,Jemand’ bisher nur an einem ganz anderen Ort und in anderem Kontext gesehen hat. Da fällt die Zuordnung unglaublich schwer, obwohl man das Gesicht kennt. Das Gehirn braucht für diese Verknüpfung – wenn es sie denn hinbekommt – sehr lange.

Ein weiteres Beispiel: Man hat vielleicht keine Ahnung, wie viel etwas kostet, aber man weiß, ob eine wettbewerbsfähige Marke mehr oder weniger teuer ist. Wie viel Kontext beeinflusst also die Dinge? Die Antwort ist: viel. Oder besser gesagt: alles. Ein ganz offensichtlicher Umstand, der weitgehend von Unternehmen und Marketing in den letzten Jahren ignoriert wurde.

Würde Marken z. B. Nachhaltigkeitsaspekte zum kulturellen Thema ausbauen ohne den Kontext der globalen Erwärmung? Hat ein Glas Sekt einen feststehenden Wert oder kommt es darauf an, mit wem und in welcher Situation man ihn trinkt?

Um den Kunden zu verstehen und mit ihm zu interagieren, muss er in den Mittelpunkt der Unternehmenskultur gestellt werden – als ganze Person mit all seinen Kontexten: Mit den übergreifenden und sozialen Kontexten sowie dem subtileren Wesen der Micro-Kontexte. Dieser Rahmen bildet das Verständnis für den Menschen und ist damit auch der übergreifende Rahmen für die Verarbeitung von Marken durch Menschen.

Mehr zum Thema weiter unten per Link. Auch interessant in der Weiterführung sind die Artikelreihen Verhalten und Emotion sowie der ,Exkurs: Produkt- oder Kundeninnovation?’. Die einleitenden Beiträge über Outside-in finden Sie im Menü in gleich lautender Rubrik. Einfach zu finden im Menü unter Schlagworte oder per klick auf die Links.

It‘s about you.

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Der Slogan des Sportlabels A-Z – ,It’s not about the gear. It’s all about you.’ – sagt alles: A-Z ist für Dich, denn um Dich geht es. Um Dich und Deine Leistung.

Die Marke agiert, kommuniziert, interagiert online. Und zwar gnadenlos emotional und in einem eigenen Stil: in dem von Zlatan Ibrahimovic. 100% authentisch, ehrlich und leistungsorientiert. Mit der ganz eigenen, selbstverständlichen Art zur persönlichen Ikonisierung. Und mit einer riesigen Portion bestem Zlatan-Humor.

Für wen ist A-Z? Für jeden. It’s about you.

„A-Z. From Amateur to Zlatan.“ 

Kurz vor der EM 2016 launcht Zlatan Ibrahimovic in Paris seine Sportmarke A-Z. Das Label ist eine Kooperation mit der norwegischen Varner-Gruppe (Textilhandel, Petter Varner).
Anspruch der Marke ist es, Kleidung für jedes Sport-Level und jede Sportart zu bieten, denn Sport und Workout brauchen keine Ausdifferenzierung der Kleidung. Es kommt lediglich auf die Person dahinter an. Auf den Sportler.

Den passenden Einstieg gibt A-Z – und damit Zlatan – zum Launch in einem Film als wahres Markenstatement. Wer danach nicht weiß, was die Marke will und wofür sie steht, dem ist nicht zu helfen.

// Film: A–Z The inner Voice

 

Auf die Frage, ob etwas im Web bei mir echte Begeisterung und Emotion auslösen kann, nur weil es da ist, habe ich im Beitrag ,Innovation. Interaktions-Autist Online’ mit ja beantwortet. Oft kommt es nicht vor, dass eine reine Online-Marke es schafft, wirklich und persönlich mit dem Gegenüber vor dem Bildschirm zu kommunizieren.

Bester Beweis bin ich also selbst: A-Z erzeugt seit Launch 2016 bei mir stetige Aktion und Interaktion, begleitet von einem breiten Grinsen. Und – was für die Marke natürlich ausschlaggebend ist – dem Wechsel vom Betrachter hin zum treuen Kunden.
Zwischen eigener Film-App im visuellen Look von A-Z, Facebook, Onlineshop, YouTube bis zur Mailkorrespondenz. Die Marke A-Z agiert online in einem großen Radius. Und die Marke nutzt dabei alle Facetten ihrer Ausrichtung und Möglichkeiten. Sie stellt jedermann als Sportler in den Mittelpunkt mit seiner ganz eigenen unglaublichen Leistung. Sie ist direkt. Sie ist ehrgeizig. Sie gibt alles. Und informiert: mich. Nicht alle, sondern mich. Auf Nachfragen: zielgerichtet und sofort. Bei Wünschen: nach Erfüllung dieser. Und sie lebt von, mit und durch Zlatan Ibrahimovic. In seiner Herkunft, Arroganz und seinem Humor – vor allem seinem Humor.

A-Z spricht am besten für sich selbst.
Die App (siehe Header) macht einfach nur filmischen Spaß, Facebook hat über 135.000 Follower, die Produkte sprechen für sich und über YouTube generiert Zlatan und Agent Dex (Links siehe unten) besten, begleitenden Humor. Erleben kann man es aber nur selbst…

// A–Z: Zlatan and Agent Dex / Strategy
// A–Z: Zlatan and Agent Dex / Preworn
// A–Z: Zlatan and Agent Dex / Slogans
// A–Z: Zlatan and Agent Dex / Offside
// A–Z: Zlatan and Agent Dex / Lion or a squirrel
// A–Z: Zlatan and Agent Dex / Quotes
// A–Z: Zlatan and Agent Dex / Tech specs
// A–Z: Zlatan and Agent Dex / Pitch

Upload…

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Und da war es wieder: das Katzenvideo, das Abendessen von Oli, die 84 Bilder aus dem Urlaub von Sabine und ihrem Freund Daniel und auch die betrunkenen Russen, die sich krabbelnd über die Straße schleppen. Massen an Posts, die niemand wirklich interessieren, wandern durchs Netz, werden geteilt, geliked oder mit einem Augenverdreher überscrollt.

Wär‘ die digitale Welt nicht schön, wenn sie mir Sachen erzählen würde, die mich interessieren?

„Poste nicht für Dich. Poste doch einfach mal für mich. Oder schreib’s zu Hause in Dein Tagebuch.“

Überschwemmt mit Informationen. Wen interessiert’s?
Das ist die Frage, über die sich kaum jemand Gedanken macht. In der Regel schreibt der Verfasser nämlich für sich selbst und überlegt sich nicht, ob und wen sein Post interessieren könnte.

Nicht alles ist für jeden bestimmt, deswegen gibt es bei Facebook & Co sowohl Gruppen als auch die Möglichkeit, Nachrichten nur an bestimmte Freunde zu senden oder Posts mit ihnen zu teilen. Dieser Teil ist allgemein angekommen. Aber muss man es nicht erweitern und in ,Nicht alles ist für jeden bestimmt und nicht alles interessiert jeden.’ ändern?

Über diesen zweiten Teil denken viele nicht wirklich nach. Wen interessiert das eigentlich? Und muss ich alle anderen auch davon in Kenntnis setzen? 
Klar, es gibt es eine Anhängerschaft für süße Katzenvideos. Ich wage aber zu bezweifeln, dass jeder bei Facebook dieser Leidenschaft frönt. Und klar ist auch, jeder verbreitet oder teilt mal Müll. Weil es gerade lustig ist, weil man Beiträge von manchen Freunden eben liked, weil man gerade im Beschäftigungsrausch ist und das eben kund tun möchte. Warum? Weil niemand danach gefragt hat? Eine böse Frage, ich weiß.

Hier ein kurzer Blick auf – für die meisten – irrelevante Posts. Das tolle daran: man kann sie wunderbar in Gruppen zusammenfassen.
Und man kann darüber schmunzeln, weil man irgendwann so etwas auch mal geschrieben oder geteilt hat. Sehr menschlich. Aber oft auch sehr nervig. Und eine Menge Datenmüll. Und vor allem – zumindest für viele User – eine wirkliche, unnötige Zeitverbrennungsmaschinerie.

// Offensichtliches, Angeteastes, Wiedergekäutes, Lustiges, Süßes oder auch Bahnbrechendes:
Ob es das offensichtliche ,Hey, die Sonne scheint!’ oder ein Rätsel ist. Ob einem etwas ganz Großartiges geschehen ist oder man einfach nur Aufmerksamkeit erregen möchte mit einem ,Echt krass.’ Oder ob man zum 20ten Mal kund tut, was man von einem Ereignis hält oder ein Tiervideo so lustig ist.

// Statusmeldungen:
Jede Lebenslage, jeder Ort, jedes Befinden wird mitgeteilt. Egal was. Egal wem. Immer. Der Verfasser beschäftigt sich akribisch mit sich selbst – ob aus Langeweile oder Narzissmus sei dahin gestellt.

// Emotionale Ergüsse:
Sentimentalitäten, Liebeserklärungen oder Dank an ,All meine Freunde. Ihr seid so wunderbar.’ Wirklich Persönliches und echte Gefühle scheinen wohl doch für die Öffentlichkeit und nicht die dazugehörige Person bestimmt zu sein.

// Angeber-Posts:
Egal ob direkt oder indirekt – der Tollste teilt gern sein Wahnsinns-Leben. Urlaub, Karriere, Glück, Liebe. Alles nur vom besten. Ob’s auch stimmt? Ich glaub schon.

Jetzt mal Butter bei die Fische.
Logisch: Jeder teilt sich gern mit. Jeder möchte akzeptiertes und geschätztes Mitglied einer Gruppe sein. Jeder möchte, dass man sich mit ihm freut oder ihn unwiderstehlich findet. Jeder möchte informiert sein, um mitreden zu können.

Aber Hand aufs Herz: Redet man darüber, dass die Frühstücksbanane von Michael heute zum Frühstück matschig war?
Für alle Interessierten teile ich zum Schluss noch ein sportliches Katzenvideo… per Link… nicht per Facebook-Post. Und nur drei Sekunden lang. Also fast keine Zeitverschwendung: https://youtu.be/6ozajN-rxWE

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