Lass mich kurz überlegen…
äh… das da!

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Der übergreifende und soziale Kontext formt uns als Person und bestimmt, wer wir sind. Aber was bestimmt, wie wir entscheiden, was wir wollen? Die weitaus subtilere Welt der Micro-Kontexte ist dafür verantwortlich. Und die kann von Marken und Vermarktung stark beeinflusst werden.

„You can’t be everything to everyone, but you can be something to someone.“
(Drew Davis)

Von Ad-hoc-Entscheidungen und andere Unvorsichtigkeiten.
Warum entscheiden wir uns für ein Produkt? Wie wird man angeteased? Allzu häufig wird man durch separate und teils irrelevante Informationen beeinflusst, die erst einmal nichts mit dem Produkt an sich zu tun haben. Es wird eine Verankerung vorgenommen, die man dann mit einem Produkt in Verbindung bringt. Das tolle für Vermarkter: es ist wunderbar leicht anzuwenden und verspricht immer Vorteile für den Kunden. Ob diese auch wirklich so sind, bleibt dahingestellt. Wahrgenommen werden sie aber in jedem Falle so. Und wer sich davon beeindrucken lässt, zieht das Produkt mindestens in die engere Wahl – hat es fast aber schon gekauft.

Oft ist es der Preis – ein Angebot, neues Gimmick, Versprechen oder eine Dienstleistung um ein Produkt herum funktionieren aber genauso –, dass die Attraktivität des eigentlichen Kaufguts enorm steigert. Das Hinterfragen des eigentlichen Produkts setzt nur noch bedingt ein, oder erst sehr viel später.

Wunderbare Welt der Assoziationen und Reize.
Ach, dazu hätt’ ich auch mal wieder Lust! Ist das nicht schön? Das gibt’s doch nicht. Muss ich mir unbedingt angucken. Wer kennt das nicht? Die Psychologie – und Herr Bargh – lässt grüßen: Das Zauberwort heißt Priming, bei dem über geschaltete positive Reize oder Assoziationen ein bestimmtes Verhalten angeregt wird. Sogenannte Trigger – das können Bilder, Videos, Musik, Aktionen sein – werden vorbereitend geschaltet, die bestimmte Assoziationen bei Kunden sowie Interessenten hervorrufen und zu einer Handlung anregen.

Egal, ob es ein Klick auf einer Website oder das Teilen auf einem Social-Media-Portal ist. Ob Influencer ihre Finger im Spiel haben oder ob ein TV-Spot unbewusst den Wunsch nach einem Produkt auslöst, das man dann zufällig als unglaubliches ,Super-Angebot’ beim Einkaufen sieht. Wenn ein Trigger positive Assoziationen auslöst, handelt man unterbewusst weiter. Zudem kann man es auch noch nachschaltend einsetzen – um Kundenbindungen zu vertiefen, Interesse aufrecht zu erhalten oder – z. B. über positive Bewertungen im Netz – zu potenzieren.

Es muss schon was hermachen.
Man kann es kurz machen: Produkte und Informationen wollen verpackt werden, wollen eine Identität bekommen, mit der sich der Kunde identifizieren und schmücken kann. Aber nicht nur das. Er will in die Welt der Marke abtauchen, einer Markengemeinschaft angehören. Es lebe das Markenerlebnis! Ist es da und wird als solches wahrgenommen, ist es ein Garant für den Erfolg.

Dabei erkennt der Kunde natürlich die Verkaufsabsicht bei Werbung, Produktpräsentation & Co. Aber das subtile Gesamte der Marke in all seinen Maßnahmen und Berührungspunkten, zufällig oder gesteuert, als Hauptaugenmerk oder Randgeschehen wirkt nur in einem kleinen Teil so direkt. In erster Linie erschafft es eine positive Welt der Assoziationen und Wünsche, des Erlebens und Begehrens für den Kunden – ein Image. Es bringt die Marke in das Herz des Kunden. Es sichert Vertrauen. Und es schafft eine Bildung. Zwischen Mensch und Marke.

Spannende Welt des Unterbewusstseins!
In der Weiterführung folgen demnächst einige Artikel zum Thema Verhalten und Emotion. Auch hier spielt das kognitive Unterbewusste eine riesige Rolle. Unerlässlich darüber nachzudenken, wenn man mit dem Thema Marken zu tun hat.

Schauen Sie einfach unter der Rubrik oder den Schlagworten von Zeit zu Zeit nach. Es folgen stetig neue Beiträge. Oder Sie bestellen den Newsletter und sind immer auf dem neuesten Stand. Sofortiges Interesse? Dann melden Sie sich doch einfach bei mir.

Neu, anders, vielfältig.
Ein ganzes Leben lang.

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Vom Lebensbeginn bis zum Lebensende bewegen wir uns in Kontexten. Als Kind sind es andere, als im Erwachsenenalter. Studenten leben in anderen Kontexten als Rentner. Einerseits lebt der Mensch unterbewusst in ihnen – ohne Möglichkeit der Einflussnahme. Andererseits definiert er seine eigenen Kontexte aktiv. Immer sehr eng und nur auf sich bezogen.

„Life is difficult to see, because there are too many.“ (Faith Popcorn)

Das, was man nicht beeinflussen kann, ist trotzdem da.
Beim Branding spielt alles eine Rolle. Auch das, was man nicht beeinflussen kann. Das Gute daran: Genau diese Faktoren sind für die Markenentwicklung und Vermarktung umfänglich greifbar. Region, Kultur, Politik, Wirtschaft, Umwelt, Religion, Zeitgeschehen etc. prägen den Menschen. Von Geburt an. Egal in welchem Land, unter welchen sozialen, medialen oder wirtschaftlichen Einflüssen auch immer, alles wirkt auf den Menschen, der darin lebt. Unbewusst und nicht für ihn zu beeinflussen.

Man erkennt also unschwer die Relevanz dessen für Unternehmen, Marken und Vermarktung.
Ein Beispiel: Selbst direkte Nachbarländer – mit scheinbar ähnlichem Hintergrund – funktionieren für Marken unterschiedlich. Man braucht sich einfach nur Deutschland, Frankreich, Niederlande oder Belgien anschauen. Vieles ist ähnlich, nichts ist gleich. Und auch die Menschen agieren und verhalten sich anders.

Der übergreifende Kontext für jeden Einzelnen ist die Herausforderung.
Wenn man nun den Mensch an sich betrachtet, kommen die ganz eigenen Kontexte hinzu. Ein Leben lang werden diese gewechselt und angepasst. Und je älter der Mensch wird, desto mehr verschiedene Kontexte hat und entwickelt er. Er baut sie während des ganzen Lebens eng um sich auf und lebt in diesen. Und jeder dieser Kontexte ist für Branding und Unternehmen von Interesse. Jeder einzelne Kontext kann für die Vermarktung aufgenommen werden – ein Marktsegment bilden.

Was heißt das für das Branding?
Solange der Mensch etwas mit seinen eigenen Kontexten authentisch zusammenbringen kann und versteht, funktioniert die Interaktion. Wenn jedoch etwas aus dem Zusammenhang genommen wird, wird kein Interesse mehr erzeugt werden. Anders herum betrachtet: wenn man in der Markenentwicklung das Verhalten des Kunden nicht versteht, hat man keine Möglichkeit mehr, den Kunden zu erreichen und seine Handlung zu beeinflussen. Er ist schlicht nicht mehr für die Marke erreichbar.

Von Kontexten und Marktsegmenten. Um es etwas griffiger zu Machen – drei Kontexte in Sachen Bier.
Kontext eins: Man geht mit seinen Freunden mal öfter abends auf ein Bier ins Stammlokal. Man trinkt – oftmals gruppenorientiert – immer die gleiche Sorte und in der gleichen Art. Also zum Beispiel aus der Flasche.

Kontext zwei: Fährt man nun in eine andere Stadt, wird man wahrscheinlich regionale Sorten testen wollen. Frisch gezapft, passend zum regionalen Leckerbissen. Falls sich also eine Biersorte bereits als regionales Bier in der Kommunikation positioniert und länger bewährt hat, ist der Griff dorthin nahezu gewiss.

Kontext drei: Wird zu einer Feier geladen, wird einem jungen Publikum wohl eher ein szeniges Flaschen-Bier angeboten werden als einer älteren Runde. Bei den Älteren läge wohl mehr das Augenmerk auf ,frisch gezapft vom Fass’ und ,bewährte Biermarke’. Drei ganz einfache Kontexte, die drei verschiedene Marktsegmente belegen. Lediglich die Situation wechselt, die Person bleibt die gleiche. Man könnte also fast dazu sagen: Bleib Dir flexibel treu.

Der soziale Kontext beeinflusst unser Verhalten sehr viel stärkerer, als es die Einstellungen, die wir zu einer Marke haben, zu tun vermögen. Die Art und Weise, wie wir ein Produkt sehen, wenn wir unseren Freunden davon erzählen, kann eine ganz andere sein, als wenn wir mit Arbeitskollegen darüber chatten. Und wieder anders, wenn wir in einer Gruppe mit Fremden darüber reden. Wir leben nicht nur in einer soziale Umgebungen. ,Freunde, mit denen wir Bier trinken’… so einfach ist es nicht.

Anhand dessen wird klar, wie komplex Marken gedacht werden müssen, um auf Kontexte, Verhalten und ständig wechselnden Handlungsweisen reagieren, agieren und diese im besten Falle vorhersehen zu können.
Mehr zum Thema weiter unten per Link. Auch interessant in der Weiterführung sind die demnächst folgenden Artikelreihen zu Verhalten und Emotion. Einfach den Newsletter bestellen, dann verpasst man garantiert nichts. Der ,Exkurs: Produkt- oder Kundeninnovation?’ erklärt das Thema und die Ansätze von Outside-in. Einfach zu finden im Menü unter Schlagworte oder per klick auf den Link unter ,Auch interessant‘.

Können Worte und Handlungen ohne Kontext überhaupt Bedeutung haben?

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Wenn man darauf hinweist und kurz darüber nachdenkt, ist die Antwort auf die Frage oben sehr offensichtlich: Nein!

»Kontext ist alles.«

Der Kontext beeinflusst alles:
Der Kontext ist die Umgebung, in der wir Dinge erleben. Und wie und mit wem wir sie erleben. Wie unglaublich schwer ist es zum Beispiel, jemanden an einem anderen Ort oder in anderer Situation zu erkennen, wenn man diesen ,Jemand’ bisher nur an einem ganz anderen Ort und in anderem Kontext gesehen hat. Da fällt die Zuordnung unglaublich schwer, obwohl man das Gesicht kennt. Das Gehirn braucht für diese Verknüpfung – wenn es sie denn hinbekommt – sehr lange.

Ein weiteres Beispiel: Man hat vielleicht keine Ahnung, wie viel etwas kostet, aber man weiß, ob eine wettbewerbsfähige Marke mehr oder weniger teuer ist. Wie viel Kontext beeinflusst also die Dinge? Die Antwort ist: viel. Oder besser gesagt: alles. Ein ganz offensichtlicher Umstand, der weitgehend von Unternehmen und Marketing in den letzten Jahren ignoriert wurde.

Würde Marken z. B. Nachhaltigkeitsaspekte zum kulturellen Thema ausbauen ohne den Kontext der globalen Erwärmung? Hat ein Glas Sekt einen feststehenden Wert oder kommt es darauf an, mit wem und in welcher Situation man ihn trinkt?

Um den Kunden zu verstehen und mit ihm zu interagieren, muss er in den Mittelpunkt der Unternehmenskultur gestellt werden – als ganze Person mit all seinen Kontexten: Mit den übergreifenden und sozialen Kontexten sowie dem subtileren Wesen der Micro-Kontexte. Dieser Rahmen bildet das Verständnis für den Menschen und ist damit auch der übergreifende Rahmen für die Verarbeitung von Marken durch Menschen.

Mehr zum Thema weiter unten per Link. Auch interessant in der Weiterführung sind die Artikelreihen Verhalten und Emotion sowie der ,Exkurs: Produkt- oder Kundeninnovation?’. Die einleitenden Beiträge über Outside-in finden Sie im Menü in gleich lautender Rubrik. Einfach zu finden im Menü unter Schlagworte oder per klick auf die Links.

Upload…

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Und da war es wieder: das Katzenvideo, das Abendessen von Oli, die 84 Bilder aus dem Urlaub von Sabine und ihrem Freund Daniel und auch die betrunkenen Russen, die sich krabbelnd über die Straße schleppen. Massen an Posts, die niemand wirklich interessieren, wandern durchs Netz, werden geteilt, geliked oder mit einem Augenverdreher überscrollt.

Wär‘ die digitale Welt nicht schön, wenn sie mir Sachen erzählen würde, die mich interessieren?

„Poste nicht für Dich. Poste doch einfach mal für mich. Oder schreib’s zu Hause in Dein Tagebuch.“

Überschwemmt mit Informationen. Wen interessiert’s?
Das ist die Frage, über die sich kaum jemand Gedanken macht. In der Regel schreibt der Verfasser nämlich für sich selbst und überlegt sich nicht, ob und wen sein Post interessieren könnte.

Nicht alles ist für jeden bestimmt, deswegen gibt es bei Facebook & Co sowohl Gruppen als auch die Möglichkeit, Nachrichten nur an bestimmte Freunde zu senden oder Posts mit ihnen zu teilen. Dieser Teil ist allgemein angekommen. Aber muss man es nicht erweitern und in ,Nicht alles ist für jeden bestimmt und nicht alles interessiert jeden.’ ändern?

Über diesen zweiten Teil denken viele nicht wirklich nach. Wen interessiert das eigentlich? Und muss ich alle anderen auch davon in Kenntnis setzen? 
Klar, es gibt es eine Anhängerschaft für süße Katzenvideos. Ich wage aber zu bezweifeln, dass jeder bei Facebook dieser Leidenschaft frönt. Und klar ist auch, jeder verbreitet oder teilt mal Müll. Weil es gerade lustig ist, weil man Beiträge von manchen Freunden eben liked, weil man gerade im Beschäftigungsrausch ist und das eben kund tun möchte. Warum? Weil niemand danach gefragt hat? Eine böse Frage, ich weiß.

Hier ein kurzer Blick auf – für die meisten – irrelevante Posts. Das tolle daran: man kann sie wunderbar in Gruppen zusammenfassen.
Und man kann darüber schmunzeln, weil man irgendwann so etwas auch mal geschrieben oder geteilt hat. Sehr menschlich. Aber oft auch sehr nervig. Und eine Menge Datenmüll. Und vor allem – zumindest für viele User – eine wirkliche, unnötige Zeitverbrennungsmaschinerie.

// Offensichtliches, Angeteastes, Wiedergekäutes, Lustiges, Süßes oder auch Bahnbrechendes:
Ob es das offensichtliche ,Hey, die Sonne scheint!’ oder ein Rätsel ist. Ob einem etwas ganz Großartiges geschehen ist oder man einfach nur Aufmerksamkeit erregen möchte mit einem ,Echt krass.’ Oder ob man zum 20ten Mal kund tut, was man von einem Ereignis hält oder ein Tiervideo so lustig ist.

// Statusmeldungen:
Jede Lebenslage, jeder Ort, jedes Befinden wird mitgeteilt. Egal was. Egal wem. Immer. Der Verfasser beschäftigt sich akribisch mit sich selbst – ob aus Langeweile oder Narzissmus sei dahin gestellt.

// Emotionale Ergüsse:
Sentimentalitäten, Liebeserklärungen oder Dank an ,All meine Freunde. Ihr seid so wunderbar.’ Wirklich Persönliches und echte Gefühle scheinen wohl doch für die Öffentlichkeit und nicht die dazugehörige Person bestimmt zu sein.

// Angeber-Posts:
Egal ob direkt oder indirekt – der Tollste teilt gern sein Wahnsinns-Leben. Urlaub, Karriere, Glück, Liebe. Alles nur vom besten. Ob’s auch stimmt? Ich glaub schon.

Jetzt mal Butter bei die Fische.
Logisch: Jeder teilt sich gern mit. Jeder möchte akzeptiertes und geschätztes Mitglied einer Gruppe sein. Jeder möchte, dass man sich mit ihm freut oder ihn unwiderstehlich findet. Jeder möchte informiert sein, um mitreden zu können.

Aber Hand aufs Herz: Redet man darüber, dass die Frühstücksbanane von Michael heute zum Frühstück matschig war?
Für alle Interessierten teile ich zum Schluss noch ein sportliches Katzenvideo… per Link… nicht per Facebook-Post. Und nur drei Sekunden lang. Also fast keine Zeitverschwendung: https://youtu.be/6ozajN-rxWE

Mehr zu kontroversen Themen? Einfach öfter mal in der Rubrik ‚Dialog’ stöbern. Interaktion mit mir ist natürlich auch möglich – verwenden Sie die Buttons oben.

Hallo. Ist da jemand…?

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Digitalisierung. Auf der Jagd nach Kundenaktion, Klicks und Daten. Die Kommunikation im Web hat einen Status von Unersättlichkeit und Aufdringlichkeit angenommen, vor dem man fliehen möchte. Innovation? Selten. Echte Nützlichkeit für Kunde und User? Manchmal. Emotionale Interaktion? Nee. Woran hakt es? Zumeist an der One-Way-Kommunikation des Anbieters, die für ihn und seine Anliegen gemacht ist… und nicht für die des Users und Kunden.

„I’m looking for something that grabs me. Something that makes me stop.“ (Draper)

Kommunikation im Web – ein kostengünstiger Garant für Reichweite, Kontakt- und Datengenerierung.
Soviel ist klar. Nichts läge mir ferner, als das zu bestreiten. Die Möglichkeiten der personenbezogenen Datengenerierung machen weniger Schritte als Sprünge vorwärts. Die Auswertungen werden immer besser. Und technischen Neuerungen und Tools als Reaktion darauf können immer schneller geliefert werden. Ob offensive und laute Akquisition, intuitive und sich anpassende Benutzeroberflächen oder beiläufige Tools, die das Unterbewusstsein füttern. Digitale Medien bieten immer schneller immer mehr. Sie sind produktiv und kosteneffektiv.

Warum, in aller Welt, schreibe ich dann darüber? Weil digitale Medien in den meisten Fällen Einbahnstraßen sind und deswegen weitaus weniger erfolgreich sind, als sie sein könnten.

Warum geht man als User ins Internet?
Die beiden Hauptgründe sind: Ich will schnell gute und für mich richtige Informationen erhalten. Und ich will mir die Zeit vertreiben und entertained werden. Beide Fälle sind klar umrissen und können ebenso klar bedient werden. Leider wird in den meisten Fällen nur wenig darauf eingegangen.

Was fehlt, ist der Hype, die Begeisterung, die Innovation im Internet.
Wann ist es das letzte Mal passiert, dass man gebannt vor einer Website sitzt und die Zeit nur so dahin rennt? Egal ob das inhaltlicher, gestalterischer, kommunikativer oder interaktiver Natur ist? Wann ist es das letzte Mal passiert, dass mich im Web digital etwas so gepackt hat, dass es nicht nur an mir vorbeigeht, ich es mir nicht nur zu Nutzen mache und es dann vergesse? Nicht nur einen Smalltalk halten will? Klar, es gibt hilfreiche und gute Tools und Quellen im Web, mit denen ich nicht weiter interagieren will. Aber die meine ich hier nicht. Ich meine die Faszination.

Kann etwas im Web bei mir echte Begeisterung und Emotion auslösen? Nur weil es da ist?
Es kann. Genau dann, wenn die Online-Interaktion nicht an der direkten Verbindung zu mir scheitert, die zum Aufbau von einer beidseitigen Beziehungen notwendig ist. Es kann, wenn beide Parts interagieren wollen, dies als höchstes Ziel erklären und einen beidseitig aufbauenden und inspirierenden Dialog führen. Interesse aneinander haben. Dabei ist Dialog keinesfalls eine Call-to-Action-Aktion, wie ein Button-Klick, eine Newsletterbestellung, die Herausgabe seiner Daten oder ähnliches. Ein Dialog geht aufeinander ein, ist aufbauend und bleibt interessant.

Das gute an der heutigen Zeit ist: Obwohl der Mensch zu 100 Prozent analog ist, hat er gelernt, in Teilen digital zu leben und zu agieren. Warum also nicht diese Chance ergreifen anstatt nur Daten abzugreifen und auszuwerten?

Warum nicht einfach auch digital begeistern und faszinieren?
Dabei verstehen auch das manche – rein digitale – Marken ganz hervorragend. Mir begegnen sie von Zeit zu Zeit. Zum Beispiel 2016 bei dem Launch von A-Z.com. Seitdem kommuniziere und interagiere ich mit A-Z. Und freue mich jedes Mal über diese Interaktion. Immer noch. Wie? Mehr dazu gibt es nächste Woche in der Rubrik ,Must see’. Und warum stelle ich einen Launch von 2016 vor und nichts Aktuelles? Weil ich an der zweijährigen Interaktion in all ihren Facetten sehe, dass es wirklich funktioniert. Und das begeistert mich.

Gibt es Digitales, das Sie fasziniert? Immer her damit. Ich bin gespannt. Und auch über digitale wie analoge Kommunikation, Meinungen und Kommentare freue ich mich.

Mehr zum Thema der Digitalisierung? Gibt es demnächst. Als neues Kapitel in der Rubrik ,Branding’.
Ein hochspannendes Thema, das sich sowohl im Auf- wie auch Umschwung befindet. Eines, das jeden stetig und immer intensiver begleiten wird. Über den Newsletter werden Sie informiert, sobald etwas online ist.

Wer erst einmal im Herzen ist,
behält einen Platz darin.

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Es kann so schön sein. Und so einfach.

Will sich nicht jeder verstanden fühlen? Will nicht jeder geliebt werden und das auch zurück geben?

„Endlich mal jemand, der weiß, was ich will.“

Bei diesen Fragen ist wirklich jeder gleich gestrickt.
Warum das so ist? Der Mensch ist ein Herdentier. Er braucht die anderen. In frühester Zeit ging es um das reine Überleben und die Arterhaltung. Heute geht es im Prinzip auch darum – nur in anderer und vielfältiger Form.

Es geht um die Gruppenzugehörigkeit, die Akzeptanz darin und die Beziehungen untereinander. Im besten Fall geht es sogar um wahre Liebe. Der Mensch benötigt für alle Lebensabschnitte ein soziales Umfeld – dazu gehören Familie, Kollegen, Freunde, Bekannte. Es wechselt und erweitert sich. Stagniert oder ändert den Status. Der Mensch agiert darin. Rein subjektiv. Je nach Situation. Wer das versteht, entsprechend interagiert und handelt, hat große Chancen auf den Jackpot: Er öffnet ein Türchen zum Herz des anderen.

Nicht nur Zwischenmenschliches funktioniert so.
Für das Thema Marke und Outside-in Branding heißt das ganz vereinfacht zusammengefasst: Steuere das Verhalten durch Emotion je nach Kontext. Ein wunderbarer und einfacher Satz, der sich wirklich auf alles anwenden lässt.

Dass das wiederum nicht leicht umzusetzen ist, liegt auf der Hand. Emotionen kann man vermuten, aber nicht vorhersagen. Verhalten kann man beeinflussen, aber nicht steuern. Kontexte ändern sich stetig und sind nur in Teilen erfassbar.

Es geht daher um das Subjektive in jedem Einzelnen.
Das ist der Grund, weshalb es sowohl in Unternehmen als auch Agenturen immer mehr Insights-Experten gibt, denn die Bedeutung um das Wissen des menschlichen Verhaltens nimmt stetig zu. Es ist unerlässlich für den Marke- und Unternehmenserfolg.

Zudem werden durch die Erkenntnisse des menschlichen Verhaltens viele traditionelle Überzeugungen in Frage gestellt und befähigen Unternehmen dadurch, ihre Handlungsweisen zu verändern und an den Kunden sinnvoll anzupassen. Es geht dabei nicht mehr nur um die Optimierung der Kundenerfahrung. Es geht um ein breites Markenerlebnis in all seinen Elementen und Einzelteilen, das sicherstellt, dass der Kunde Mittelpunkt für alle Aspekte des Geschäfts ist.

Es geht also darum, Wege, die den Kunden ins Herz des Unternehmens und die Marke ins Herz des Kunden bringen, zu entwickeln und zu begleiten.
Was bedeuten Kontext, Emotion und Verhalten aber genau für das Thema Branding und Marke? Wie ist der Mensch gestrickt in seinem Denken und handeln? Denn auf die Handlung jedes Einzelnen kommt es ja an. Und was haben Erinnerungen, Unterbewusstsein und Einstellungen mit dem Wechseln von Gewohnheiten zu tun? Nur ein paar Fragen, die einen Hinweis auf die weiteren Artikel geben.

Mit Abschluss dieses dritten Artikels zu Outside-in ist der Einstieg in das Thema gefunden. Alle drei Artikel finden Sie unten verlinkt. Die folgenden Artikelreihen ,Kontext’, ,Emotion’ und ,Verhalten’ gehen nun thematisch mehr in die Tiefe. Die Verlinkungen dazu finden Sie im Menü im Bereich Schlagworte unter #Kontext, #Emotion, #Verhalten. Und wer eine Zusammenfassung theoretischer Natur möchte, kann sich mit dem Beitrag ,Exkurs: Produkt- oder Kundeninnovation?’ informieren.

Mehr Interesse am Thema? Melden Sie sich bei mir.

In Schwarz-Weiß zu umfassender Bekanntheit.

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Für mich die beste Wahlkampagne überhaupt. Auch, wenn es jetzt wahrscheinlich Mails und Kommentare hageln wird, weil es vielerlei Meinungen dazu gibt.

Und vielleicht wird sie ja noch einmal benötigt? Die Sondierungsgespräche der SPD sind knapp zugunsten der Groko-Verhandlungen ausgegangen. Der nächste Verhandlungs-Step folgt. Deutschland kann weiterhin gespannt sein, in welche Richtung die Reise geht: weitere vier Jahre Groko, Minderheitsregierung oder tatsächlich doch noch Neuwahlen? Ich bin mir jedenfalls sicher, dass das Thema Wahlwerbung noch nicht aus den Köpfen der Verantwortlichen verschwunden ist und zumindest als Plan B auf einen Relaunch wartet.

»Riskiere brutale Ablehnung.«

Kompetenz, Arroganz oder Eitelkeit? Selbstverliebte Personifizierung einer Partei oder starkes Statement? Gradlinig oder abgehoben? Meinungen über die FDP-Wahlkampagne, die man ständig hört.
Ständig. Genau! Jedem ist bewußt, dass es unmöglich ist, wirklich jedem zu gefallen. Aber man kann jeden erreichen. Und genau das hat die Kampagne der FDP von der Agentur ,Heimat Berlin’ erreicht. Und zwar in unglaublichem und umfassendem Maße.

Ein Blick aus dem Augenwinkel reicht. Verwechslungsfreie Identifizierung von Plakate, Anzeigen & Co. sofort gegeben.
Dank hervorragender und wahlwerbungsuntypischer Schwarz-Weiß-Fotografie (Olaf Heine) nebst menschlicher Ikonisierung sowie hochflexibler, zeitgeistiger Gestaltung bei Wahrung einfacher Grundelemente.

Worüber jeder 2017 mitreden konnte? Mit Sicherheit über die FDP.
Mit unterschiedlichem Tenor und in allen Stufen der Begeisterung oder Empörung (inklusive Wertung und Interpretation der Bilder in Bezug auf das Wesen des abgebildeten Kandidaten Lindner) schallt es durch Deutschland. Jeder hat eine Meinung dazu. Jeder weiß, was die FDP will. Und ob Herr Lindner denn nun sympathisch, kompetent, arrogant oder eitel ist.

Meine Frage: Was kann es also besseres geben?
Nahezu 100% Bekanntheit. Nahezu 100% haben eine Meinung dazu. Aktive Beschäftigung mit Kandidat und Partei. Diskussions- und Relevanzüberschuss – wenn man bedenkt, dass die Regierungsparteien der Groko CDU/CSU und SPD für weitaus weniger Gesprächsstoff gesorgt haben. Und so einige Prozentpunkte mehr bei der Wahl. Was will man mehr?

Mehr Hintergrund zur Kampagne, weitere Motive zu den schon im Slider oben gezeigten sowie O-Töne der FDP zum Kampagnen-Launch finden Sie hier.

Mehr zum Thema Öffentlichkeit, Polarisation und Meinungsbildung erwünscht? Einfach öfter mal in der Rubrik ‚Branding’ stöbern. Interaktion mit mir oder anderen über diesen Beitrag ist natürlich auch möglich – verwenden Sie die Buttons oben.

Ich sehe was,
dass Du nicht siehst.

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Wechsel doch einfach die Perspektive. Nicht das ,wir’ ist wichtig, auch nicht das ,Ihr’, sondern das ,Du’!

„Na und? So bin ich eben.“

Der Fokus liegt auf dem ,Du’.
Wie im vorherigen Beitrag – über den Wandel der Zeit – beschrieben, macht dieser Perspektivwechsel nicht nur Sinn, sondern ist schlicht unerlässlich: Die Sicht der Dinge aus Kundenperspektive. Aus Sicht jedes Einzelnen.

Unternehmen können die Welt nicht mehr einfach von innen nach außen betrachten und nach isolierten, unternehmensgesteuerten Betriebs- und Marketingstrukturen handeln. Auch, wenn das viel einfacher wäre. Und auch, wenn das ein paar Jahrzehnte gut funktioniert hat.

Ein großer, guter Schritt nach vorne.
In den letzten Jahren erkennt man verstärkt die Bereitschaft, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Bereiche – wie Kundenbindung, Kundenerlebnis, emotionale Markenwelten und individuelle Betreuung über verschiedenste Kommunikationskanäle – werden zunehmend wichtiger. Also: Die Sicht auf Kunden und Zielgruppen. Die Sicht auf ihre Denk-, Verhaltens-, Kommunikations- und Handlungsweisen.

Und noch einen Schritt weiter.
Da wären wir bei Outside-in Branding. Nicht die Betrachtung und Interpretation des Kunden sind hier das Thema. Sondern die echte Außensicht: Den Kunden in das Herz des Unternehmens zu bringen. Seine Bedürfnisse und Wünsche, seine Kommunikation und das Sein des Einzelnen zu spiegeln und entsprechend mit ihm zu interagieren. Gelebtes Vertrauen, hohe Loyalität und eine echte Beziehung sind das Resultat. Dadurch entstehen echte Loved Brands.

Erreiche das Herz des Menschen. Wenn das erreicht ist, ist alles erreicht.
Genau damit geht es im nächsten Artikel weiter. Mit unten stehende Links können Sie chronologischen weiterlesen. Im Menü unter #Outside-in finden Sie alle bisherigen Artikel. Einen Exkurs über die Hintergründe und die relevanten Fragestellungen für Innovation und Geschäftsidee finden sie dort ebenfalls. Viel Spaß dabei.

Weitergehendes Interesse an der Sache? Melden Sie sich. Interaktion ist immer erwünscht. Nur so geht es weiter. Schreiben Sie mir gerne dazu eine Mail. Oder informieren Sie andere darüber per Facebook.

… mit etwas Amüsement ins gesegnete Fest. Mellan skål och vägg!

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Nachdem ich die letzten vier Wochen in der Weihnachtswelt des Münsterlandes unterwegs war und mich über so einiges Skurriles bis Absurdes in Sachen Marke, Kommunikation und Werbung amüsiert habe, habe ich mir überlegt:

Ja, ich möchte das teilen!

»God jul!«

Deswegen anbei – mit meinen allerbesten Weihnachtswünschen zu einem fröhlichen Fest und einem gut gelaunten neuen Jahr 2018 – mein Favorit, der mir die größten Augen und den lautesten Lacher in der Öffentlichkeit beschert hat.

Wenigstens hat das Unternehmen darauf Wert gelegt, dass abgebildete Minderjährige nicht für allzu Hochprozentiges werben. Immerhin nur 12 %. Mellan skål och vägg!